In zahlreichen Werkkatalogen finden sich immer wieder Gedichte des Künstlers Gerhard Altenbourg, die in dieser Ausgabe das erste Mal zusammengestellt werden. Sie ergänzen seine fantastischen und verspielten Bilder und führen sie weiter. In ihnen finden sich Zwiegespräche mit den Elementen, mit dem Wind, dem Wasser und der Landschaft. Es sind Ich-Befragungen, erotische Fantasien, verschlüsselt und kaum auflösbar, fast gebetsartig. Altenbourgs Lyrik hat etwas Spielerisches, handelt von Glück, Zuversicht und Lust.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2019
Kurt Drawert freut sich über die Herausgabe der Gedichte von Gerhard Altenbourg. Den in der DDR isolierten, verbotenen Maler als Dichter kennenzulernen, rät er uns, schon der schönen Symbiose von Naturgedicht und Landschaftsmalerei wegen, die Altenbourg pflegte. Die Natur als Topos ist hier zentral, erläutert Drawert, der in den Texten aus den Jahren 1957 bis 1973 sämtliche Stilelemente der Moderne entdeckt. Introvertiert, wie Mallarmé die Leere feiernd, so Drawert, beschreiben sie eine "Bewegung aller Dinge ins Nichts". Auch wenn die Texte vordergründig keine kritische Haltung zeigen, stehen sie für Drawert doch quer zum sozialistischen Realismus, indem sie inhaltlich hermetisch bleiben, aber formal reich von einem "kulturellen Universalismus" zeugen.
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