Ein Land ohne Mauer - da ist keiner sauer! Diesen Spruch malt Fritzi auf ein Plakat, das ihre Mutter zur Demo mitnehmen soll. Fritzi ist neun und darf leider nicht mit. Für Kinder ist es zu gefährlich bei den Leipziger Montagsdemonstrationen, finden die Erwachsenen. Aber Fritzi ist hartnäckig: Sie will unbedingt wissen, warum so viele Schulfreunde plötzlich nach Ungarn verschwunden sind und wieso ihre Eltern nach dem Fernsehgucken neuerdings immer streiten. Eines wird ihr dabei immer klarer: Sie will keine Mauer mehr in der DDR haben. Nach dem bewegenden Buch über den Straßenjungen Tuso hat Hanna Schott erneut eine wahrhaftige Geschichte aus Kinderperspektive geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Rezensentin Eva-Maria Magel findet Hanna Schotts Wende-Geschichte, die eine Viertklässlerin von den wenigen Wochen im Herbst 1989 erzählen lässt, gerade deshalb so beeindruckend, weil diese Fritzi eben keine "Ausnahmefigur", sondern ein ganz normales Kind der DDR ist. Und so attestiert sie dem Buch, das noch mal die Ereignisse und Stimmungen dieser Zeit einfängt, große Spannung und freut sich, dass das Ganze bei Hanna Schott so gar nicht nostalgisch klingt. Auch die Illustrationen von Gerda Raidt stoßen auf große Zustimmung bei Magel, weil sie in die sehr genau eingefangenen Details der DDR-Welt auch Komik einbaue.
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