Aus dem Bulgarischen von Rumiana Ebert und Ines Sebesta. Georgi Markov schildert in dem Roman "Die Frauen von Warschau" die Begegnung zwischen dem Geologen Pavel und dem Schafhirten Jordo. Nach seinem Studium in Warschau kehrt Pavel in sein Heimatland Bulgarien zurück und wird vom Staat als Landvermesser in eine öde Gebirgsgegend geschickt. Dort - am Dschendem Bair, dem Höllenberg - sind vor ihm bereits acht Vermessungstrupps gescheitert. Unerbittliche Einsamkeit, sengende Hitze bei Tag und spukhafte Geräusche jagen die Menschen in die Flucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2014
Der Rezensent freut sich, dass diese erstmals 1968 erschienene Novelle des bulgarischen Autors Georgi Markow auf Deutsch erscheint. Der Text, in dem sich zwei Männer in entlegener Gegend treffen, um sich Geschichten zu erzählen, hat für ihn etwas von 1001 Nacht, von Bibel und Mythen. Allerdings macht Uwe Stolzmann Schwächen aus, die seine Lektüre stören. Dazu gehören ein geschwätziger Erzähler, die schachtelartige Dreiteilung des Textes, der kulissenhafte Ort und eine Sprache, die dem Rezensenten so blumig erscheint, dass er bei der Übersetzung nachfragt, ob das so gehört. Gehört, erklärt Stolzmann. Was ihn trotz allem interessant erscheint, ist die vom Autor im Text versteckte Systemkritik. Haben die Zensoren damals geschlafen?
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