Aus dem Französischen vom Autor selbst. Schreiben bedeutet für Georges-Arthur Goldschmidt Überleben. Im Schreiben und Übersetzen entwirft er sich selbst, er wird zum Zeugen seines Ichs, das unter den Nationalsozialisten nicht sein durfte, aber schon immer einen großen Drang verspürt, etwas zu erschaffen und die Welt, Literatur, Malerei begeistert in sich aufzunehmen. In 'Die Hügel von Belleville' spricht Goldschmidt, der als 10-Jähriger vor den Nationalsozialisten nach Frankreich floh, erstmalig darüber, was es bedeutete, 1953 als französischer Soldat in der Kaserne von Karlsruhe den Wehrdienst zu leisten. Eine Zeit der Unruhe, in der er über das Sprechen in zwei Sprachen zu sich selbst fand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2019
Rezensent Jürg Altwegg kennt die Odyssee im Leben von Georges-Arthur Goldschmidt. Umso erfreuter liest er nun die von Goldschmidt selbst ins Deutsche übersetzte fiktionalisierte Episode eines Wendepunkts in dieser Lebensgeschichte, die Rückkehr nach Deutschland als französischer Soldat 1953. Die Erzählung, in der die Fahrt nach Deutschland im Protagonisten Erinnerungen an den Holocaust wachruft und ihn zur Selbstbezichtigung verleitet, da er sich als Deutscher ausgibt, liest Altwegg als Porträt der jungen Bundesrepublik, in der Selbstmitleid und Vergessen dominieren. Goldschmidts unerbittlichen Erinnerungen und Visionen von einer anderen Wirklichkeit lauscht der Rezensent atemlos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2018
Ulrich Rüdenauer folgt Georges-Arthur Goldschmidt und seinem Lebensbuch ins Nachkriegsdeutschland, wo Goldschmidts Held Arthur Kellerlicht, zum französischen Militär eingezogen und kaserniert wird. Die Verfolgungs- und Fluchterfahrungen begleiten den Protagonisten, erklärt der Rezensent, wenn er "beunruhigende Eindrücke" im eben noch von Nazis regierten Land erfährt. Wie der Autor im Buch auch das Problem der Sprachfindung zwischen dem Französischen und dem Deutschen beschreibt, erinnert den Rezensenten an Goldschmidts sprachkritische Essays. Auch wenn der Autor hier über die Vergangenheit schreibt, wird Rüdenauer das Gefühl nicht los, er könnte dabei das Deutschland der Gegenwart im Sinn gehabt haben.
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