George Saunders, Lane Smith

Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip

(Ab 9 Jahre)
Cover: Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip
Bloomsbury Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783827050335
Gebunden, 92 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Frank Heibert. Serena lebt mit ihrem Vater und ihren Ziegen in Frip, einer kleinen Stadt am Meer. Doch in Frip gibt es ein Problem - die Gapper. Gapper sind niedliche tennisballgroße orangefarbene Wesen. Aber Gapper lieben Ziegen. Sie stürzen sich mit einem schrillen Freudenschrei auf sie, sobald sie eine entdecken. Dummerweise ist Capables Ziegenweide am besten zu erreichen. Und Serena muss Tag für Tag ihre Ziegen von den lästigen Gappern befreien. Ihre Nachbarn denken gar nicht daran, ihr zu helfen. Eines Tages jedoch wendet sich das Schicksal und die Nachbarn sind nun auf Serenas Hilfe angewiesen. Dank Serenas Großherzigkeit gelingt es, das Problem von Frip zu lösen, und schließlich sind sogar die Gapper zufrieden ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.02.2005

Der Rezensent Siggi Seuss ist ganz entzückt von dieser Parabel, an der sowohl Kinder als auch Erwachsene Spaß haben können und die zudem noch einen pädagogischen Mehrwert hat: "Mit feinsinniger Ironie entblößt er die Untugenden der Gleichgültigkeit, Selbstgerechtigkeit und Erstarrung in Gewohnheiten und konfrontiert sie mit Courage und Herzensgüte". Und obwohl die Geschichte in einer echten Phantasiewelt spielt, ist sie "so lebensnah, als seien wir alle mehr oder weniger Bürger von Frip" - da können die Protagonisten und deren Umtriebe noch so skurril daherkommen. Nach Seuss' Meinung ist dieses hübsche Bilderbuch jedenfalls durch und durch empfehlenswert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.10.2004

Ziemlich neugierig war der Rezensent Maik Söhler auf George Saunders' erstes Kinderbuch - schließlich ist Saunders eher als Autor "apokalyptischer Zukunftserzählungen" bekannt, so dass man sich fragen könne, welche Düsternis er beabsichtige, in die Kinderzimmer zu bringen. Doch von der Geschichte um das Kuhkaff Frip und den Kampf gegen die verbiesterten Gapper ("tennisballgroße Wesen", die sich klettenhaft an die Dorfziegen heften und diese davon abhalten, Milch zu geben, zum Verhängnis der Dorfbewohner) ist der Rezensent total aus dem Häuschen. Eines Tages, erzählt er, sind es nur noch die Ziegen der kleinen Serena, die von den Gappern befallen werden, und da sie keine Hilfe von den anderen, mittlerweile verschonten Ziegenhütern erhält, muss sie auf "drastische Maßnahmen" zurückgreifen. Dies sei auch die Botschaft, die in dieser düster-harmonischen "Parabel über die Überwindung von Egoismus, Neid und Missgunst" stecke: "Alles ändert sich, wenn du nur die Initiative ergreifst und dich nicht auf andere verlässt". Bemerkenswert findet der Rezensent, wie "drastisch" Saunders die menschlichen Eigenschaften darstellt. Insofern korrespondiere sein "unverwechselbarer, lakonisch-harter Stil" hervorragend mit Lane Smiths "fantastischen", "teilweise surrealistischen" und "alles andere als lieblichen" Illustrationen. Kurzum: Beim Umblättern wisse man gar nicht, was man zuerst tun soll: schauen oder lesen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.09.2004

Wer nicht weiß, dass ein Gapper ein tennisballgroßer, orangefarbener Meeresbewohner ist, der sich liebend gerne auf Ziegen niederlässt, sollte schleunigst das neue Buch von George Saunders lesen, findet Rezensentin Hilde Elisabeth Menzel. Der Autor erzählt in seinem Kinderbuch die Geschichte eines kleinen Mädchens, das wie alle im Dorf seine Ziegen von den Gappern befreien muss und dabei zahlreiche Schwierigkeiten - allen voran die Spießigkeit der Nachbarn - zu meistern hat. Das Buch könnte sich wie ein "Lehrstück an Selbstgefälligkeit und Hartherzigkeit" lesen, wäre da nicht der "witzige Ton", der alle Lehren "kippt", versichert Menzel. Die Rezensentin freut sich besonders über die "farbenprächtigen Bilder" von Illustrator Lane Smith, die "ganz hintersinnig" zum Ton der "schrägen" Geschichte passen. Schade nur, schreibt sie, dass das Format diesen Illustrationen nicht gerecht wird. Voll von "skurrilem Humor" gehöre dieser Band dennoch zu den Werken, die der Leser "zu den Lieblingsbüchern stellen" sollte.
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