Aus dem australischen Englisch von Peter Torberg. Menlo Beach, ein paar bescheidene Hütten zwischen holprigen Schotterpisten und struppigen Eukalyptusbäumen, Asbest in den Wänden, Meersalz in der Luft. Charlie Deravin ist vom Dienst bei der Kriminalpolizei suspendiert, tätlicher Angriff auf einen Vorgesetzten. Bei seinen einsamen Strandspaziergängen drehen sich Charlies Gedanken stets um den gleichen alten Fall: den seiner Mutter. Verschwunden, vor zwanzig Jahren. Der Hauptverdächtige: sein Vater.Damals freigesprochen, halten sich die Gerüchte hartnäckig, doch Charlie will nicht an die Schuld seines alternden Vaters glauben. Die nagende Ungewissheit treibt Charlie wieder zurück in die kalten Ermittlungen - und in die Abgründe seiner eigenen Familie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.08.2022
Rezensentin Sylvia Staude mag Gary Fishers Zurückhaltung in puncto Action. Der australische Autor erzählt darin beginnend im Jahr 2000 von einem vermissten Kind, dem Verschwinden der Mutter des an der Suche beteiligten Jungpolizisten Charlie Deravin und geht dann über zum Ende des Jahres 2019, wo Charlie bereits suspendiert ist und australische Waldbrände und der Beginn einer Pandemie Realität sind, erklärt Staude. Die Charaktere sind der Rezensentin so nuanciert wie Dishers Sprache, in der sie viele Zwischentöne, Anspielungen und unauffällige Vorahnungen vernimmt. Trotzdem ist die Geschichte "geerdet", so Staude, sie erzählt von den kleinen und alltäglichen Problemen und Sorgen der Figuren. Ein paar Längen verzeiht sie angesichts der Mischung aus wohldosiertem Schrecken über unsere Welt gern.
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