Wyatt hat es auf die Lohngelder einer Baufirma abgesehen, die im australischen Busch eine Pipeline verlegt. Gemeinsam mit Leah, einer ehemaligen Prostituierten, stellt er ein Team zusammen, um den Geldtransporter abzufangen. Doch sie sind nicht die einzigen, die Beute machen wollen. Zu allem Überfluss setzen die Mecsis aus Sydney den Hitman Lettermann auf Wyatt an, um sich für die missratene Transaktion in Melbourne zu rächen, bei der ihnen Wyatt in die Quere kam. Also keine guten Voraussetzungen, um mal eben die Lohngelder abzugreifen.
Tobias Gohlis hält sich mit einem dezidierten Urteil über dieses Buch in seiner Rezension zurück, doch seinen Beschreibungen lässt sich entnehmen, dass er diesen - im australischen "Frittenbudenmilieu" angesiedelten - Krimi mit offensichtlichem Vergnügen gelesen hat. Protagonist Wyatt erscheint dem Rezensenten in der Welt von illegalen Arbeitern, Prostituierten und Ganoven als "letzter Gentleman", der kühl kalkulierend wie ein Manager seine krummen Geschäfte macht und dabei jederzeit mit der Gier und Hinterhältigkeit seines Faktotums, des "schwabbeligen" Snyder rechnet. Doch auch so jemand wie Hyatt "kann nicht auf alles vorbereitet sein", verrät Gohlis. Der Niedergang des Protagonisten wird nach Ansicht des Rezensenten "ganz kalt, ganz trocken" erzählt. "Spannungsbogen?" Fehlanzeige, findet Gohlis. Aber "Spannung" biete das Buch auf alle Fälle.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2001
Viel kann man der kurzen Kritik von Fritz Göttler nicht entnehmen. Auch in diesem zweiten Wyatt-Thriller des australischen Kinderbuch- und Romanautors Garry Disher (für den ersten, "Gier", erhielt er im letzten Jahr den Deutschen Krimipreis) wird einem nach Göttler jede denkbare positive Weltsicht gründlich verwehrt. Dishers Krimis handelten von emotionaler Kälte und grenzenlosem Egoismus. Amerikanische Hard-boiled-Romane seien dagegen wahre Quellen der Ruhe und der Entspannung, meint der Rezensent.
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