Aus dem Englischen von Gabriele Baertels und Ango Laina. Die Protagonisten dieses Buches sind Antihelden: Abzocker, Verlierer, Serienmörder oder Auftragskiller. Das ist in der Welt der Crime- und Pulpfiction nichts Ungewöhnliches, ist doch die Figur des Antiheros ein beliebtes Stilmittel, um einen Blick in die Schattenbereiche der Zivilisation zu riskieren. Je mehr die Antiheros von Dekade zu Dekade mutierten, desto bizarrer und gewagter wurden die Storys. Das Kernstück dieser Anthologie ist Charles Willefords Debütroman "Der Hohepriester": Im San Francisco der 50-er inszeniert der selbstgefällige Gebrauchtwagenhändler Russel seine Interpretation des American-Way-of-Life und manipuliert seine Mitmenschen gnadenlos. Paul Cain, Fletcher Flora, Dan J. Marlowe, Derek Raymond, Joe R. Lansdale und Buddy Giovinazzo lassen weitere Vertreter der Spezies Antihero auf uns los...
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
es gibt keinen sicheren Standpunkt, der hinter dem des Erzählers durchscheint, sondern nur diese lakonischen, kurzen Sätze, die Banalitäten wie Ungeheuerlichkeiten im selben unaufgeregten Tonfall notieren. Vom Erzählgestus her sind Beschreibungen eines brutalen Mords und des, nur zum Beispiel, Kaffeekochens, nicht unterschieden. Das ergibt eine so faszinierende wie unbequeme Leseerfahrung: Man verliert den Boden des sicheren Urteils unter den Füßen... Lesen Sie mehr von Ekkehard Knörer in 'Mord und Ratschlag'
Robert Brack freut sich, dass man auch mal was "über die US of Assholes" erfährt, über "das andere Amerika" also. Die von Frank Nowatzki - "Streiter für den wahren und guten Krimi-Trash" - zusammengestellte Anthologie schätzt er wegen ihrer "Gewinnlertypen, Versager, Macho-Drecksäcke und Psychopathen" und weidet sich an einer "total kaputten Liebesgeschichte" (Charles Willefords Roman "Der Hohepriester") wie an den schwarzen Geschichten von Paul Cain und Fletcher Flora. Dass man Amoralität und Asozialität auch mit Witz abhandeln kann, hat unser Rezensent anhand des Bands feststellen können und auch, dass Hannibal Lector "wie ein Waisenknabe" aussehen kann. Insgesamt sei 'Anti-Hero' das Buch, "dass dir gnadenlos amüsant erklärt, warum du schon wieder eine schlaflose Nacht hattest".
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…