Aus dem australischen Englisch von Nikolaus Stingl. Shane Maloney, einer der meistgelesenen australischen Schriftsteller, hat einen Roman über einen Detektiv wider Willen geschrieben. "Künstlerpech" ist eine Satire über Kunst und Politik, ein Buch übers Erwachsenwerden, über Söhne und ihre Väter, über die Wonnen und Qualen des Single-Daseins.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2001
Walter Grasskamp fühlt sich durch diesen Krimi an Chandler, aber auch an die "ganz anders gestrickte" Patricia Highsmith erinnert, auch wenn das Motiv der Kunstfälschung, das Highsmith so wichtig war, hier doch etwas flacher abgehandelt werde. Grasskamp fühlt sich aber offensichtlich durch die australischen Milieuschilderungen des Romans für diese Schwäche entschädigt. Die Handlungsfäden um gefälschte Kunst, die Spekulationsverluste verdecken soll, seien zwar etwas verwirrend, aber unterhaltsam gesponnen. Die Anlehnung des australischen Autors in Ton und Personal an Altmeister Chandler scheinen dem Rezensenten gelungen. Mehrdeutig schließt Graskamp, dass das Buch so aktuell sei, "wie man es von einem traditionellen Kriminalroman erwarten kann".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2001
Shane Maloneys "Künstlerpech" ist kein aussergewöhnlicher Krimi, aber eine gelungene Mischung aus Detektivroman und Gesellschaftskomödie, schreibt Lutz Krützfeldt. Hier werde im Rahmen eines solide konstruierten Plots das sozialdemokratische Milieu und die Kunstszene aufs Korn genommen, verrät er. Dabei sei der Ich-Erzähler nie um ein Bonmot verlegen und die Bedrängnisse, in die der dilettantische Detektiv gerät, seien ausgesprochen komisch, ohne dass dieser Krimi, wie sonst häufig zu beobachten, zur reinen "Gag-Maschine" verkomme, findet Krützfeldt. Der Roman spielt 1989, präzisiert er. Damit verkörpere der sozialdemokratische Aufsteiger Murray Whelan den "Heldentypus der Neuen Mitte, der über viel kommunikative Kompetenz, aber wenig besondere Kenntnisse verfügt". Somit stecke in dieser Krimikomödie nicht nur "eine kleine Sozialpsychologie des Aufsteigers, sondern auch eine des Übergangs von der soliden Arbeits- zur luftigen Erfolgsgesellschaft".
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