Finn ist lustig, Katharina ist erfolgreich, Emilia ist gut aussehend, Jan ist sportlich, und Kevin ist dumm. Namen wecken automatisch Assoziationen in uns, die wir mit einem Attribut verknüpfen - bewusst oder unbewusst. Das geht sogar so weit, dass Lehrer Kevin und Justin nicht nur weniger zutrauen als Alexander oder Maximilian, sie benoten sie mitunter auch schlechter. Und das bei gleicher Leistung. Aber woran liegt es, dass wir Menschen anhand ihres Namens beurteilen? Woher kommen die Ströme und Trends? Und mit welchen Namen machen Eltern auf keinen Fall etwas falsch? Namensforscherin Gabriele Rodríguez analysiert Herkunft und Entwicklung von Namen und gibt Tipps für Individualisten, die ihre eigenen Namen kreieren wollen
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2017
Dass Adolf, Satan und Borussia hierzulande als Namen verboten sind, lernt Rezensent Wolfgang Krischke in diesem Buch der Leipziger Namensforscherin Gabriele Rodriguez. Ikea, Ussama oder Jehad wurden hingegen bewilligt: Denn während ersterer ein nicht ungewöhnlicher ostfriesischer Mädchenname ist, sind letztere im arabischen Raum durchaus gängige Namen, ganz frei von einem islamistischen Hintergrund, erfährt der Kritiker. Mit großem Interesse liest er zudem, wie sich "Kevin" vor allem dank "Kevin allein zu Haus" in den Neunzigern über alle Schichten hinweg größter Beliebtheit erfreute - bis ihm später das Image des "Unterschichten-Ossis" angeheftet wurde, so Krischke. Dass daran vor allem das Boulevardfernsehen Schuld ist, hat der Rezensent nach der instruktiven und kurzweiligen Lektüre auch gelernt.
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