Herausgegeben von Ina Schmidt und Stefan Breuer. Aus dem Nachlass Ernst Jüngers liegt nun die Korrespondenz mit Friedrich Hielscher vor. Obwohl die intellektuelle Beziehung der beiden Männer spannungsreich war und durch "Wohlgefallen und Missbehagen" zugleich geprägt war, setzte sich der in den zwanziger Jahren begonnene Briefwechsel fort bis zu Hielschers Tod 1990.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.08.2005
Als Briefpartner, nicht als Brieffreunde bezeichnet Rezensent Ralf Berhorst beide Männer, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Hier der kühle Insektensezierer und Geostratege Ernst Jünger, dort der neuheidnische Kirchengründer Friedrich Hielscher. Kennen gelernt haben sie sich Ende der 1920er Jahre, als beide "tief verstrickt" waren in die vielfältigen rechts-nationalen Lager. Besonders diese erste Zeit des Briefwechsels, so Berhorst, sei eine Bereicherung in Hinblick auf Jüngers politische Publizistik. Die "geopolitischen Phantasien" der Briefpartner kulminierten 1929 in Jüngers Vorschlag eines programmatischen Briefwechsels zum "modernen Nationalismus". Nach 1933, betont Berhorst, haben sich beide vom Naziregime distanziert, die Briefe enthalten soagr "unvorsichtige Äußerungen". Insbesondere zwei Dinge mache die Korrespondenz deutlich, so der Rezensent, wie "brüchig" die Weimarer Demokratie war, und auf welche Weise Ernst Jünger sich von seinen frühen rechtsterroristischen Ideen verabschiedet habe. Über den politischen Widerstand von Hielschers Freikirche hingegen sei kaum etwas zu erfahren in einer insgesamt "vorzüglich kommentierten" Ausgabe.
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