Zehn Jahre Deutsche Einheit: Die Schriftstellerin Freya Klier erzählt die Schicksale von Brüdern und Schwestern aus Ost und West, deren Leben mit der Wiedervereinigung eine grundlegende Wende erfuhr. Biografische Miniaturen eines großen historischen Umbruchs - Facetten eines Prozesses, der noch lange nicht abgeschlossen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.01.2001
Udo Scheer macht anerkennend auf die "Erleichterung und Selbstironie" aufmerksam, die bereits im Titel des Buches, das acht Nachwendeschicksale erzählt, zu spüren ist. In seiner Besprechung skizziert er die dargestellten Biografien und stellt fest, dass nicht selten ein "schaler Beigeschmack" bleibt. Der Rezensent bemerkt ihn gerade in den Lebensbeschreibungen, in denen die Menschen nach der Wende mit Existenzproblemen zu kämpfen haben, wie bei dem "singenden Clochard aus Sachsen", dem die Konkurrenz die Preise drückt. Er lobt die "Fülle spannender Lebensgeschichten", die die Autorin gesammelt hat und registriert erfreut, wie "einfühlsam und klar" die als "streitbare Bürgerrechtlerin" bekannte Klier hier ihre Porträts entwirft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Freya Klier erzählt deutsch-deutsche "Geschichten, die das Leben schrieb". Ausführlich referiert die Rezensentin Manuela Reichart den eher skurrilen Fall der Anwerbung einer westlichen Jägerin im Grenzgebiet. Daneben aber wird auch von "tragischen Schicksalen und Beschädigungen" berichtet. Von einem freigekauften Opernsänger etwa, der als Clochard in Paris endet. Die Rezensentin begrüßt es, dass hier Schicksale vorgestellt werden, die sonst kaum das Medieninteresse finden. Auch die Bilanz ist beinahe tröstlich: die Opfer verteilen sich "quer durch die Lande", oder, wie Reichart befindet: "Mehr Normalität war nie".
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