Herausgegeben von Herlinde Pauer-Studer und Herta Nagl-Docekal.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.08.2003
Die von der "Wiener Reihe Themen der Philosophie" herausgegebenen Aufsatzsammlungen wollen anhand aktueller Fragestellungen dogmatische Abgrenzungen zwischen den philosophischen Lagern überwinden, berichtet Bettina Engels. So auch der jüngste, von Herlinde Pauer-Studer und Herta Nagl-Docekal herausgegebene Band "Freiheit, Gleichheit und Autonomie", der sich zeitgenössischen Gerechtigkeitstheorien widmet, einem Feld, auf dem nach Ansicht der Rezensentin Vermittlung nötiger denn je erscheint. Denn bei der Lektüre der Beiträge kann sich Engels des Eindrucks nicht erwehren, dass die Aufsätze zum einen ihr kleines Feld beackern, ohne den größeren Theoriezusammenhang zu sehen. Andererseits würden "minder schwere Meinungsverschiedenheiten" zu "weltanschaulichen Gegensätzen" aufgebauscht, wie bei dem von Angelika Krebs und Wolfgang Kersting geführten Kampf gegen den "Egalitarismus". Auch wenn ihr die Kritik an bestimmten Theorien der Verteilungsgerechtigkeit berechtigt erscheint, so kann sie für Engels nicht begründen, "warum das moralische Ideal der Gleichheit selbst aufgegeben werden sollte". Neben den Beiträgen von Kersting und Krebs hebt Engels den Aufsatz von Beate Rössler hervor, die an die Stelle des traditionellen Gegensatzes von moralischer Autonomie und ethischer Authentizität die "überaus plausible Bestimmung" vernünftiger Freiheit als einer "Reflexion auf eigene Wünsche" setze.
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