This book offers the first-ever scholarly study of Wilhelm I as Germany's first Kaiser. For decades, Wilhelm has been dismissed by historians as a political nullity and an unwilling imperial figurehead, who was perpetually overruled by chancellor Otto von Bismarck. As a result, scholars concluded that the imperial role did not reach maturity until the accession of Wilhelm II. This book challenges this assumption by analysing how Wilhelm used self-staging to effectuate his role as German emperor and set the precedent for his successors, Friedrich III and Wilhelm II. It explores how he oversaw and intervened in the political and military decision-making processes, his use of politics of history, his understanding and practicing of the imperial role towards other German states and dynasties, his self-presentation in the new German capital, and how his public persona was distorted in German cultural memory after his death in 1888. The book draws on a wealth of previously unexplored sources, including material from Wilhelm's personal archive, the archives of the Hohenzollern monarchy, the Prussian state, and local archives. It offers a much-needed reassessment of Wilhelm I and makes an important contribution to debates on the role of the Kaiser in German politics, the political system, and culture of the early German nation state, and how the Hohenzollern monarchy adapted to the demands of generating popular support for its new German imperial role.
Nicht restlos überzeugt ist Rezensent Olaf Blaschke von diesem gleichwohl wichtigen Buch Frederik Frank Sterkenburghs, das sich, im Verbund mit Veröffentlichungen Susanne Bauers und Jan Markets, das Ziel gesetzt hat, das Verhältnis zwischen Kaiser Wilhelm und Bismarck historiografisch neu zu justieren - im Sinne einer stärkeren Betonung der politischen Handlungsmacht Wilhelms. Sterkenburghs Buch setze im Jahr 1866 ein und konzentriere sich vor allem auf die Selbstinszenierung Wilhelms als treibende Kraft der Politik. Bismarck dagegen komme im Deutschen Reich eine untergeordnete Stellung zu. Blaschke, selbst Historiker, ist zwar beeindruckt von dieser Neuperspektivierung, weist aber auf einige Lücken in der Darstellung hin - zahlreiche traditionell Bismarck zugeschriebene politische Entscheidungen zum Beispiel hinsichtlich der Sozialgesetzgebung werden ihm zufolge von Sterkenburgh nicht hinreichend auf die tatsächliche politische Handlungsmacht durchleuchtet. So wichtig die Neubewertung der politischen Rolle Wilhelms durch diese Veröffentlichung auch ist - dass Bismarck deshalb zum bloßen Erfüllungsgehilfen des Kaisers reduziert wird, geht dem Rezensenten doch zu weit.
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