Reiseliteratur, Pamphlete, Wörterbücher und Lexika des 18. Jahrhunderts geben spannende Einblicke in das britische Deutschlandbild der Zeit. Frauke Geyken spannt einen historischen Bogen vom auffälligen Desinteresse der britischen Insulaner an ihrem 1714 inthronisierten deutschen Monarchen hin zur Deutschlandbegeisterung der Romantik. Sichtbar werden Stereotypen, die noch heute erstaunlich aktuell sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2002
Trunken, phlegmatisch, steif, roh und rein: So sahen die Briten die Deutschen im 18. Jahrhundert, wie Frauke Geyken herausgefunden hat. In ihrer zur Freude von Rezensentin Marion Lühe "gut lesbaren und bisweilen amüsanten" Dissertation "Gentlemen auf Reisen. Das britische Deutschlandbild im 18. Jahrhundert" hat Geyken anhand einer reichen Auswahl an Quellen - von Reisebüchern über Pamphlete bis zu Enzyklopädien - gängige Stereotypen zusammengetragen, die sich im achtzehnten Jahrhundert zum britischen Bild des "Deutschen an sich" verfestigten. Der Historikerin gelingt es dabei nach Ansicht Lühes, überzeugend darzulegen, dass der feste Stereotypenkanon über die Deutschen nicht nur der Beschreibung des Fremden diente, sondern auch der Selbstbehauptung der eigenen Identität. "Vor dem Hintergrund des vermeintlich rückständigen, von Despoten unterdrückten und gebietsweise im 'römischen Aberglauben' verharrenden Landes", referiert die Rezensentin ein Ergebnis von Geykens Arbeit, "erstrahlte so das Bild vom protestantisch-aufgeklärten, freien und prosperierenden Britannien in umso hellerem Glanze."
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