Franz Hohler

Es klopft

Roman
Cover: Es klopft
Luchterhand Literaturverlag, München 2007
ISBN 9783630872667
Gebunden, 174 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Das Leben hat es gut gemeint mit Manuel Ritter. Der erfolgreiche HNO-Spezialist ist glücklich verheiratet und Vater zweier Kinder. Bis sich eines Tages ausgerechnet bei ihm ein lästiger Tinnitus einstellt. Seitdem klopft es in seinem Ohr, und mit jedem Klopfgeräusch kommt die Erinnerung an einen längst vergangenen Fehltritt wieder, dessen Folgen ihn plötzlich einzuholen drohen. Über zwanzig Jahre sind seither vergangen, doch auf einmal wird das, was damals passierte, für Manuel Ritter wieder lebendig. Seit sein Sohn mit einer neuen Freundin zum ersten Mal bei ihm zu Besuch war, leidet er sogar unter zunehmend stärker werdenden Ängsten. Irgendetwas schwer zu Greifendes geschieht, denn die Freundin des Sohnes erinnert ihn auf eine merkwürdige Weise an die Frau von damals. Seitdem nimmt er in seinem Ohr Geräusche wahr, die außer ihm niemand hört: es klopft. Die alte Geschichte will ihn anscheinend nicht zur Ruhe kommen lassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2007

Magnus Klaue hat sich nicht gelangweilt mit Franz Hohlers "novellistischem Roman". So konventionell ihm der Plot um die Lebenslügen eines Mannes in der Blüte seiner Jahre und so nüchtern ihm ihre Diktion auch erscheint, dieser Krimi hat ihn durch seine "sublime" Form, durch mythisierende "Andeutungen und Zeitsprünge" mitgerissen. Dass der Autor alles Geheimnisvolle am Ende in moralischen Erklärungen auflöst, als würde er der "Faszinationskraft" der Story nicht allzu viel zutrauen, findet Klaue zwar weniger großartig. Die Lektüre hat er dennoch als Genuss erfahren.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2007

Über einige kleinere Mängel sieht Beatrice Eichmann-Leutenegger bei Franz Hohlers neuem Roman "Es klopft" gerne hinweg. Darin erzählt er die Geschichte des renommierten Arztes Manuel Ritter, der nach jahrelanger Behandlung von Tinnitus-Patienten dieser Krankheit selbst zum Opfer fällt. Ob das stete Klopfen in seinem Ohr, das ihn immer mehr zum Klopfen an der Tür wird, eine vergessene Liebschaft ist, die aus seinen Erinnerungen aufbegehrt? Den Kampf gegen seine Vergangenheit jedenfalls verliert der Protagonist, indem er seiner Frau Julia nach einem schweren Unfall ein Geständnis macht. Der Rezensentin gefällt Hohlers Spiel mit Maskierungen und Demaskierungen, durch das sie sich auch an "barocke Denktraditionen" erinnert fühlt. "Glaubhaft und bedrängend" erzähle der Autor diese Geschichte, was sie allenthalben sogar glauben machte: "Hier wird nicht nur Manuel Ritters Sache verhandelt, sondern die heimliche und unheimliche Angelegenheit vieler."
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