Der grüne Zwanziger, der braune Fünfziger, der blaue Hunderter - Millionen Deutschen sind die Banknoten aus D-Mark-Zeiten noch gut in Erinnerung. Es war das Geld, mit dem sie groß wurden, mit dem sie einen gewissen Wohlstand erreichten. Aber die D-Mark ist nicht nur in der individuellen Rückschau positiv besetzt, sie hatte auch für die Gesellschaft eine wichtige Funktion: Endlich hatten die Deutschen wieder etwas, auf das sie stolz sein konnten. Die D-Mark war weltweit berühmt für ihre Stabilität und entwickelte sich international zur wichtigsten Währung nach dem Dollar. Sie trug wesentlich dazu bei, dass die Deutschen nach den Verheerungen, die zwei Weltkriege und die NS-Diktatur mit sich gebracht hatten, wieder wirtschaftlichen Aufschwung genießen konnten und im Ausland respektiert wurden. Frank Stocker nimmt Sie mit auf eine Reise in die deutsche Nachkriegsgeschichte. Dabei beschreibt er historische Ereignisse, erklärt finanz- und währungspolitische Entscheidungen und spürt dem Mythos nach, der sich um die D-Mark rankt. Denn die Deutsche Mark war schon immer mehr als ein Zahlungsmittel: Zum Zeitpunkt ihrer Einführung war sie ein Symbol der Hoffnung und des Neuanfangs, heute steht sie für den märchenhaften Wiederaufstieg Deutschlands - und ist zu einem Sehnsuchtsort vieler Deutscher geworden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2023
Genau den richtigen Umfang hat Frank Stockers obendrein leicht lesbares Buch über die D-Mark für Rezensent Martin Hock und auch sonst mache der Autor fast alles richtig. Stocker, bei der "Welt" redaktionell für Finanzen und Wirtschaft zuständig, möchte in erster Linie mit Mythen aufräumen, die zur retrospektiven Überhöhung der Mark führen. Sein Fett weg bekommt laut Hock unter anderem Ludwig Erhard, der sich als Vater der deutschen Währung darstellte, tatsächlich aber nur Vorgaben der Alliierten exekutierte. Auch das vermeintlich von der Währungsreform ausgelöste Wirtschaftswunder sowie das Wirken der Bundesbank werden, so der Rezensent, Gegenstände differenzierter, kritischer Betrachtung. Im engeren Sinne ökonomische Fragen kommen gelegentlich zu kurz, findet Hock, der das Buch gleichwohl allen empfiehlt, die eine realistische, nicht von Nostalgie getrübte Perspektive auf die Mark gewinnen wollen.
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