Frank Schätzing

Nachrichten aus einem unbekannten Universum

Eine Zeitreise durch die Meere
Cover: Nachrichten aus einem unbekannten Universum
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2006
ISBN 9783462036909
Gebunden, 522 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Über viereinhalb Milliarden Jahre geheimer Geschichten, wuchtiger Dramen, verblüffender Wendungen und seltsamer Erfindungen wie Photosynthese, Sex oder Menschen. In seinem neuen Buch erzählt Frank Schätzing grandios vom Universum unter Wasser - und wie es unsere Zukunft bestimmt.
"Ist der Hai grausam, weil er den Menschen frisst? Ist der Mensch grausam, weil er die Auster isst? Wird dem Hai das Leiden des Opfers bewusst, wenn dieses schreit? Oder nimmt er das Schreien als erfreuliches Indiz für die Frische der verzehrten Ware, so wie wir wohlwollend das Zucken der Auster betrachten, wenn wir ihr Fleisch mit Zitronensaft beträufeln?" Nebenbei, dies ist kein Plädoyer gegen den Verzehr von Austern.
Mensch und Meer. Eine merkwürdige Beziehung, geprägt von Liebe, Hass, Unkenntnis, Romantisierung, Neugier und Ignoranz. Wie funktioniert dieses gewaltige System, dem wir entstammen und über das wir weniger wissen als über den Outer Space? Wie konnte im Urozean Leben entstehen, woher kam überhaupt das ganze Wasser? Warum ist die Evolution ausgerechnet diesen Weg gegangen und keinen alternativen?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.06.2006

Dem Rezensenten Ulrich Greiner hat Frank Schätzings Buch gut gefallen, vor allem wegen des "mitleidslosen" Blicks, den Schätzing auf die Evolution und die natürliche oder unnatürliche Auslese hat. Schätzing bezeichnet überraschenderweise die Natur selbst und nicht den Menschen als den größten Zerstörer der Artenvielfalt. Doch beschäftigt sich Schätzing nicht nur mit den Ozeanen, sondern fängt bei dem Urknall an, um sich dann über den Menschen zum Meer vorzuarbeiten. Greiner, dem dieser breite Horizont gefällt, hat Schätzings Geschichte des Universums wie einen Krimi gelesen. Dass Schätzing sich bei der Frage nach dem "Täter", also Gott oder Zufall, enthält, findet er ebenfalls recht clever. Schätzing beschreibt die Welt der Tiefe und ihre monumentalen Dimensionen außerdem so bildhaft, dass es dem am Schreibtisch Halt suchenden Greiner fast unangenehm wird. Alles in allem muss er dem Autor aber ein großes Lob aussprechen. Er sei zwar kein Fachmann, besitze aber als einer der wenigen Schriftsteller die "verblüffende" Fähigkeit, sich in das Meer der Fakten zu stürzen, und diese dann aber in handlichen und auch für Laien zu bewältigenden Portionen wieder abzugeben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2006

Frank Schätzings erstes Sachbuch zur Evolution des Meeres liest sich wie ein "spannender Roman", was in den Augen von Ernst Horst allerdings sein größtes Manko darstellt. Auf Grundlage von "fundierter Forschung", wie der Rezensent betont, behandelt der Autor in seinem Buch eine Fülle von Themen rund um das Meer, wobei er, wenn es um die Umweltsünden der Menschheit geht, "zu Recht moralisch" wird. Was Horst ihm ankreidet, ist das Fehlen von Literaturverzeichnis, Register und Anmerkungen, die die Orientierung erleichtern würden. Außerdem geht dem Rezensenten die Neigung Schätzings zu vermeintlich "witzigen" Formulierungen auf die Nerven und die "Assoziationen", die dem Autor beispielsweise zur Seegurke einfallen, findet er reichlich "vorhersehbar". Schließlich bemängelt Horst noch den gänzlichen Mangel an Illustrationen und er vermutet, das liege daran, dass der Autor eben eigentlich Romancier sei und Romane gemeinhin ohne Abbildungen auskommen. Insgesamt hat der Rezensent den Eindruck, hier wurde ein Sachbuch zu "einer Art Roman" zusammengestutzt, und das Ergebnis findet er "zweifelhaft".