Frank J. Tipler

Die Physik des Christentums

Ein naturwissenschaftliches Experiment.
Cover: Die Physik des Christentums
Piper Verlag, München 2008
ISBN 9783492047203
Gebunden, 429 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Helmut Reuter. In Zeiten heftiger Diskussionen um Wissenschaft versus Religion bringt der Physiker Frank J. Tipler seine wissenschaftliche Disziplin und seinen persönlichen Glauben in einer aufregenden Versuchsanordnung zusammen. Er erklärt die kosmologische Singularität, also den Ursprung von allem außerhalb von Raum und Zeit, zum jüdisch-christlichen Gott. Und er will zeigen, dass die "Wunder" des Neuen Testaments, darunter die jungfräuliche Geburt, die Auferstehung und die Fleischwerdung, den physikalischen Gesetzmäßigkeiten nicht widersprechen. "Wir haben die Implikationen physikalischer Gesetzmäßigkeit zu akzeptieren. Wenn sie die Existenz Gottes implizieren, nun, dann gibt es Gott auch", sagt Tipler

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2008

Schönes Lehrstück in "verfehlter Interdisziplinarität", meint Hermut Löhr. Wer dermaßen einseitig in der Darstellung des eigenen Fachs (Physik) verfährt und zugleich "ohne Kenntnis der Zusammenhänge" in der anderen Disziplin (Theologie) wildert, von dem ist nichts zu erwarten, so legt er nahe. Außer vielleicht Unerschrockenheit. Löhr geht für uns Frank J. Tiplers "sehr spezifischen" Auslegungen physikalischer und mathematischer Ergebnisse beim Versuch seiner Grundlegung der "Physik des Christentums" nach und bemängelt das Fehlen der gebotenen Offenheit und Unsicherheit im Umgang mit ihnen. Den von Tipler an den Tag gelegten Gewissheiten möchte Löhr lieber nicht vertrauen. Denn den daran geknüpften "Versatzstücken christlicher Glaubenstradition" merkt er das Zurechtgestutztsein an. Ebenso unangenehm fällt ihm die Ahnungslosigkeit des Autors in puncto neutestamentarische Exegese auf. Nach der Darstellung von Widersprüchen im Christentum beziehungsweise der Behandlung anderer Religionen hält Löhr vergeblich Ausschau. Tiplers "Pseudowissenschaft" grenzt für ihn an Fundamentalismus.
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