Die Kulturrevolte der 60er Jahre mit samt anschließender Frauen, Friedens-, Selbsterfahrungs- und Umweltbewegung hat Eingang in die offizielle Staatsgeschichtsschreibung der Bundesrepublik Deutschland und anderer westlicher Länder gefunden. Autonomie, Chancengleichheit, Kommunikation, Toleranz und Vielfalt sind zu Allerweltsmotiven von Talkshows und Lifestyle-Hitlisten geworden. Die einstmals welteröffnenden Ideen geben keine Entscheidungshilfen mehr, sondern spinnen das Netz der veröffentlichten Normen und unendlichen Möglichkeiten, in dem wir alle zappeln ? Orientierung wird durch Verfahrenstechniken abgelöst. Die Kulturumstürzler der 60er Jahre rennen mittlerweile offene Türen ein, denn die Emanzipation wird gewährt, weil sie nur noch die Abwicklung des ökonomisch Überfälligen ist. Dieses Dilemma wirft neue gänzlich ungewohnte Fragen auf, denen Frank Böckelmann in seinen hier gesammelten Aufsätzen nachspürt.
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