Francois Roca, Robert Louis Stevenson

Die Schatzinsel

Erzählt von Claire Ubac. (Ab 10 Jahre)
Cover: Die Schatzinsel
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2000
ISBN 9783806749304
Gebunden, 64 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christiane Schoelzel. Illustrationen von Francois Roca. Viele Generationen von Lesern sind in die Rolle des 17-jährigen Jim Hawkins geschlüpft, der sich mit seinen Freunden auf die gefährliche Suche nach dem Schatz des grausamen Piratenkapitäns Flint begibt. François Roca hat diesen Stoff aufgegriffen und daraus ein Bilderbuch voller unheimlicher Magie geschaffen. Seine wilden Seeräubergestalten werden zur handfesten Bedrohung, nach der das gute Ende der Geschichte als riesige Erleichterung erlebt wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2000

In einer Sammelrezension bespricht Ursula Sinnreich vier Kinderbuch-Klasssiker, die teilweise neu erzählt wurden.
1) Hoffmann / Stupica (Ill.): "Nussknacker und Mausekönig" (Middelhauve)
Die Rezensentin konzentriert sich hier auf die Illustrationen von Marija Lucija Stupica, der es gelungen sei, mit einer "gläsernen Zerbrechlichkeit" ihrer Bilder einerseits das Phantastische einzufangen, gleichzeitig aber auch das "Dunkel-Groteske" der Geschichte etwas in den Hintergrund zu stellen. Sinnreich betont das Grafische in der Aufmachung. So hat die Illustratorin, wie der Leser erfährt, ihre Bilder in Bezug gesetzt zu der "quadratischen Form" des Textes. Die "graubraunen Farben" sind nach Ansicht Sinnreichs gut gewählt, um das Phantastische zu unterstreichen.
2.) "Alice im Wunderland" (Aufbau)
Sinnreich stellt hier vor allem die farbenfrohen Illustrationen von Giuliano Lunelli heraus und begeistert sich außerdem für die klug gewählten Perspektiven des Illustrators. So drohe beispielsweise das Format "aus allen Nähten zu platzen", wenn Lunelli den "aufgeblasenen Zauberer" entsprechend darstellt. Nach Sinnreichs Ansicht beeinflussen Tricks wie dieser durchaus die Lesart des Buchs, und der "moralische Unterton" der Geschichte bekommt, wie sie findet, dadurch eine ganz andere Färbung.
3.) Perrault / Lunelli (Ill.): "Der gestiefelte Kater" (Nord-Süd)
Gut gefällt der Rezensentin die Neufassung dieser Geschichte, die sie "unglaublich mühelos" erzählt findet, ohne dass dabei das Original Schaden erleide. Auch die Illustrationen von Jassen Ghiuselev findet sie großartig, nicht nur, weil das Phantastische der Geschichte dadurch unterstrichen werde. Besonders gelungen findet sie Ghiuselevs Idee, ein Bildplakat zu malen, in dem die ganze Geschichte festgehalten ist. Ein "genialer Einfall", schwärmt die Rezensentin, weil die Geschichte dadurch für Kinder leicht nachvollziehbar werde, auch - oder gerade wenn - der Illustrator die Logik der Perspektiven auf den Kopf stellt.
4.) Stevenson / Ubac: "Die Schatzinsel" (Gerstenberg)
Zur Neuerzählung von Claire Ubac sagt die Rezensentin fast nichts, weil - wie sie findet - "die Sogwirkung" eindeutig von den Illustrationen von Francois Roca ausgeht. Die Farben sind "düster", erfährt der Leser, jedoch sieht Sinnreich jeweils die spannendsten Situationen der Geschichte von Roca festgehalten. Die Rezensentin bescheinigt den Illustrationen "magische "Anziehungskraft und ist sogar der Ansicht, dass das Betrachten der Bilder selbst einem "Abenteuer" gleichkommt.
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