Aus dem Englischen übersetzt und mit Illustrationen von Henning Wagenbreth. Es ist die Ballade von zwei bösen Buben, den Freunden Robin und Ben. Robin ist ein Rabauke und dreister Räuber, der sich gern prügelt. Ben ist feige und berechnend, er betrügt und stiehlt heimlich. Robin wird Pirat, er kämpft auf allen Weltmeeren, säuft, feiert, kapert Schiffe und erobert Frauen. Als Verbrecher ist er gefürchtet und geachtet zugleich. Ben wird Apotheker, lebt bequem, wählt seine Gattin mit Kalkül, betrügt wo er kann und kommt auf hinterhältige Weise zu Reichtum. Nach vielen Jahren treffen sich die alten Gefährten wieder und vergleichen die Ausbeute ihres Lebens. Als Robin das feige, ehrlose Treiben seines Freundes gewahr wird, kommt es zum gewaltigen Showdown!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
Das Gemetzel für Achtjährige schätzt Rezensent Andreas Platthaus zwar auch seiner Geschichte wegen (die er hier nicht en detail verraten möchte), die hat sich Robert Louis Stevenson fein ausgedacht. Dass der Autor auch die Druckerpresse für den eigenen Holzschnitt anschmeißen musste, findet der Rezensent allerdings eher überflüssig. Wozu, erklärt er, gibt es einen hochmodernen Illustrator wie Henning Wagenbreth, der sowohl die Tradition kennt (Vektorenästhetik, japanischer Holzschnitt, Papiertheaterkulissenkunst) als auch deren irritierende Kombination und Verfremdung? In diesem erstmals auf Deutsch erhältlichen Band jedenfalls, der Platthaus lehrt, dass Piraten nun mal nicht allzu etepete sind und auf See Blut fließt, lernt Platthaus, so kann man es sagen, das drastische Sehen.
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