Aus dem Ungarischen von Agnes Relle. Mit einem Fotoalbum. "Reise nach Gestern" führt den Leser in eine untergegangene Welt. Der Ich-Erzähler durchmisst in den frühen 1930er Jahren den k. und k.-geprägten Raum Südosteuropas, reist von Ungarn bis Kroatien und erkundet die dalmatinische Küstenlandschaft. Dabei zeichnet er das Bild einer Gesellschaft in massivem Wandel. Die Orientierungs- und Haltlosigkeit der politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen spiegelt sich in einer inneren Unruhe des Erzählers: Er fragt und forscht, beschäftigt sich mit den Mythen und Geschichten seiner Vorfahren und seiner Kindheit und will sich so seiner eigenen Haltung, seiner eigenen Identität versichern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2012
François Fejtös Buch "Reise nach Gestern" von 1936 hat Rezensent Jörg Plath sichtlich beeindruckt. Er sieht das Werk als eine Art Reisetagebuch und auch Bildungsroman, als ein Buch voller Überraschungen. Familiäre Erkundungen und Berichte über die skurrile Verwandtschaft in Zagreb finden sich zur Freude des Rezensenten darin ebenso wie Feuilletons über den Nationalismus der dreißiger Jahre in Kroatien und Vorhersagen des Kriegs. Die Leichtigkeit der Prosa Fejtös, der später in Paris als Journalist und Historiker arbeitete, weiß Plath ebenso zu schätzen wie deren Ironie. Mit Lob bedenkt er auch die überzeugende Übersetzung von Agnes Relle, deren Vor- und Nachwort ihn allerdings etwas karg anmuten.
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