'Dieses Jahr 1913 lässt mich einfach nicht los. Und je tiefer ich hineingetaucht bin, um so schönere Schätze fand ich auf dem Meeresgrund.'
Florian Illies
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2018
Ein äußerst dünnes Lächeln entlockt Florian Illies dem Rezensenten Gustav Seibt mit diesem Aufguss seines Erfolgsbuch "1913". Den genialischen Einfall von vor fünf Jahren, das Jahr 1913 in feuilletonistischen Anekdoten über die kreative Klasse zu erzählen, ließ sich Seibt noch gefallen. Aber inzwischen habe der Gedenkkalender das Jahr 1918 erreicht, da hätte er gern erfahren, wie es den Protagonisten des ersten Bandes in Jahren des Krieges ergangen ist. Was hat die Zeit gemacht mit Rilke, Kafka, Thomas und Heinrich Mann, Stefan Zweig, Picasso, Strawinsky? Aber Fehlanzeige. Illies macht einfach da weiter, wo er aufgehört hatte: Bei Geschichtchen aus dem Jahr 1913 über Chanel und Sidonie von Nadherny, statt über Krieg und Zivilisationsbruch. Das ist amüsant, reizvoll, keine Frage, gibt Seibt zu, aber auch unhistorisch: "People-Journalismus".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2018
Michael Gotthelf kriecht förmlich in das neue Buch von Florian Illies hinein, um es zu verschlingen. Begeistert ist er von dem Pop-Autor an sich, seiner Karriere und seinen Verkaufserfolgen. Das neue Buch, eine Erweiterung des alten von 2013 besticht laut Rezensent durch twittergerechte Kapitel zur europäischen Kulturgeschichte in plastischem Sprachstil und mit trockenem Humor. Sowohl das Persönliche als auch das europäisch Verbindende der beschrieben Figuren der Zeitgeschichte und ihres Schaffens, von Einstein, Hesse, Mann u.a., kann der Autor dem Rezensenten mundgerecht servieren.
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