Flix, Reinhard Kleist

Die Grimm Brothers

Eine Lucky-Luke-Hommage von Flix und Reinhard Kleist
Cover: Die Grimm Brothers
Egmont Ehapa Media, Berlin 2026
ISBN 9783770411849
Gebunden, 48 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Es war einmal im Wilden Westen … In Deutschland kennt jedes Kind die Märchen der Brüder Grimm. Aber im Wilden Westen kann man mit Schneewittchen und dem Froschkönig wenig anfangen. Das merken Jacob und Wilhelm Grimm schnell, denn ihre Lesereise in Amerika droht ein gewaltiger Flop zu werden. Um das Publikum zu begeistern, wollen die Brüder ihr Repertoire um amerikanische Märchen erweitern und wenden sich mit ihrem Anliegen an Ma Dalton. Die tischt ihnen die Geschichte von den vier grundanständigen Gebrüdern auf - ein sofortiger Hit in den Saloons. Doch die in Wahrheit gar grimmigen Gebrüder sind mit dem plötzlichen Imagewandel, den ihnen diese Märchen bescheren, überhaupt nicht einverstanden. Glücklicherweise ist Lucky Luke zur Stelle, um den beiden Märchensammlern aus der Patsche zu helfen! 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.06.2026

Rezensent Fritz Göttler denkt wehmütig an alte Lucky-Luke-Zeiten zurück, als die Westernwelt noch in in Ordnung war. Dass Flix und sein Zeichner Reinhard Kleist jetzt die Brüder Grimm in die Wilden Westen schicken, um dort ihre Hausmärchen zu verbreiten, was natürlich scheitert, bis Lucky Luke persönlich sich dessen annimmt, kann Göttler nur bedingt lustig finden. Daran ändern auch allerhand Stereotype über die Deutschen nichts und auch nicht Nick-Cave- und Bowie-Lookalikes. Und auch die offenkundige Orientierung des Personals an den Vorbildern von Morris kann Göttler nicht recht überzeugen. Die Geschichte aus der Western-Welt ist holprig und hektisch geworden, bedauert er. Die Autoren scheinen nicht vertraut genug mit dem Western, so Göttler.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2026

Rezensent Tilman Spreckelsen kann mit dem neuen Lucky Luke von Flix und Reinhard Kleist eine Menge anfangen. Das liegt auch daran, dass die Autoren eine aberwitzige Story um die Brüder Grimm in Amerika entwerfen, in deren Verlauf, die Märchensammler bei der Mutter der Daltons fündig werden, die kurzerhand eine Lügengeschichte über ihre braven Söhne und den grässlichen Lucky Luke in die Welt setzt. Dass Flix die Gelegenheit beim Schopf packt und Anspielungen auf Fake News und unsere polische Gegenwart einfließen lässt, gefällt Spreckelsen ebenso gut wie die vielen Bezüge zu deutschen Märchen (Jolly Jumper mimt die Bremer Stadtmusikanten). Allerhand Klischees über die Deutschen muss der Leser allerdings aushalten können, warnt Spreckelsen. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.06.2026

Zeit ist bei Lucky Luke ein flexibles Konstrukt, weiß Rezensent Matthias Heine, deshalb kann der Cowboy in seinem neuen Abenteuer auch auf die Brüder Grimm treffen, die in den USA auf Lesereise sind. Zustande kam diese Reise wegen einer Verwechslung der Worte Salon/Saloon, lesen wir, sie ist auch nicht so recht erfolgreich, sodass Luke sich immer wieder für die Brüder verbürgen muss und dabei viele Anspielungen auf Hans im Glück oder die Bremer Stadtmusikanten fallen. Dass Flix und Kleist sich dabei nicht unbedingt als große Grimm-Kenner offenbaren und die Eigenschaften der Brüder vertauschen, ist für Heine zu vernachlässigen, denn der Band ist, gerade durch die Idee, Ma Dalton als amerikanische Märchenerzählerin einzusetzen, eine tolle Hommage geworden, schließt der Kritiker. 

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