Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Der Doppelgänger

Die Urfassung
Cover: Der Doppelgänger
Galiani Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783869712383
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Alexander Nitzberg. Bisher kannte man nur die Fassung des "Doppelgängers", die Dostojewski 20 Jahre nach Erscheinen 1846 gekürzt und geglättet hat. Doch wie surreal und komisch der junge Autor ursprünglich die Geschichte des Beamten, der von seinem Doppelgänger in den Wahnsinn getrieben wird, erzählt - das kann man erst jetzt lesen!
Petersburg, Mitte des 19. Jahrhunderts. Titularrat Jakow Petrowitsch Goljadkin will nie etwas falsch machen - trotzdem (oder gerade deshalb?) kommt er beruflich nicht voran. Auch bei Frauen hat er keinen Erfolg - seine Liebe zu Klara Olsufjewna, der Tochter eines einflussreichen Staatsrats, die er vor einer vermeintlichen Zwangsheirat retten will, bleibt ohne Erwiderung und spielt sich hauptsächlich in seiner Fantasie ab. Sein Leben ändert sich abrupt, als er während eines nächtlichen Spaziergangs auf seinen Doppelgänger trifft. Wer ist diese Person, die Goljadkin äußerlich aufs Haar gleicht und plötzlich auch in seiner Wohnung auf ihn wartet?Goljadkins anfängliche Versuche, sich mit dem Mann zu verbrüdern, bleiben erfolglos. Der Doppelgänger drängt sich gar als eine bessere Version seiner selbst in sein Leben: An Goljadkins Arbeitsplatz erweist er sich als selbstbewusster und erfolgreicher und heimst das Lob des Vorgesetzten ein. Es beginnt ein grotesker Konkurrenzkampf.Vom Verfolgungswahn getrieben, verliert Goljadkin mehr und mehr den Sinn für Realität - bis auch der Leser sich fragen muss: Wer ist das Original, und wer bloß der Nachahmer?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2021

Rezensentin Christiane Pöhlmann empfiehlt Fjodor Dostojewskis "Doppelgänger". Wobei Alexander Nitzbergs Übersetzung der Urfassung nicht unbedingt ausschlaggebend ist für ihre Empfehlung. Vor allem zeigt sich Dostojewski in diesem kleinen  Roman als großer Sprachkomiker, meint sie. Außerdem sei der Text mit dem Doppelgängermotiv wunderbar anschlussfähig an unsere Ära der "digitalen Identitätsvermehrung". Was Nitzbergs Leistung angeht, ist Pöhlmann zwiegespalten. Das Tempo hält er gut, findet sie, aber mitunter übertüncht die Sprachverliebtheit des Übersetzers den Inhalt. Die älteren Fassungen von Röhl und Rahsin scheinen Pöhlmann jedenfalls noch nicht überholt.

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