Ferdinand Schmatz

tokyo, echo oder wir bauen den schacht zu babel, weiter

Cover: tokyo, echo oder wir bauen den schacht zu babel, weiter
Haymon Verlag, Innsbruck und Wien 2004
ISBN 9783852184517
Gebunden, 144 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Erneut spannt Ferdinand Schmatz den Bogen von dichterischer Innenwelt zu sinnlich wahrnehmbarer Außenwelt: im dreiteiligen "echo" seiner eigenen Dichtung bereist Schmatz die realen Räume zweier Städte und den imaginären Raum der Sprache, deren Zentrum das Gedicht bildet. "tokyo, echo" und "sankt petersburg, echo" sind dabei aber bedeutend mehr als die Summe der bebauten Fläche. Das zufällig aus dem unvorstellbar großen Kontinuum eines Stadt-Bildes Herausgegriffene schlägt um ins Notwendige der poetischen Wahrnehmung und des poetischen Vollzugs. Frei von den Verpflichtungen des Chronisten, der auf die Vollständigkeit der Schilderung setzen muss, schreibt sich Schmatz an die Wurzeln des Wahrnehmbaren, Zeichenhaften und Bedeutenden heran.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2004

Nico Bleutge macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: Derselbe Ferdinand Schmatz, der in "das große babel,n" ein "vielzüngiges Um- und Neuschreiben der biblischen Texte" vorführte, verliert sich dieses Mal im Sprachspielrauschen. Statt einem wortakrobatisch vorgeführten "klugen Witz" habe er leider allzu oft nur "müde Kalauer" zu bieten. Fazit: "leider kein würdiger Nachfolger".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.11.2004

Es kommt doch eher selten vor, dass Rezensenten ihre Ratlosigkeit gestehen oder sogar wie im vorliegenden Fall fragen, ob nicht die "Sprachintensität zeitweise einfach hinter die Linie des einsehbaren Horizonts" steige? Soviel steht für Cornelia Jentzsch fest: Ferdinand Schmatz, frisch gekürter Preisträger des Georg-Trakl-Preises 2004, offeriert seinen Lesern Sprachmaterial, an dem sich selbst berufene Sprachwissenschaftler und -künstler die Zähne ausbeißen könnten. Das liest sich dann so, zitiert Jentzsch: "ohne altar, salär, aber in nöten schwer, anders ein herr (ganz heer)" oder "du schwandest fort um geworden zu sein". Da wird es schwammig, stellt Jentzsch fest, trotz aller Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, diese Beobachtungen mit Wortwitz zu verdichten. Ferdinand Schmatz, in den Fußstapfen der Wiener Gruppe sich bewegend, begreift Sprache als Machtinstrument, erklärt Jentzsch, dem man mit dem Skalpell zu Leibe rücken muss. Doch wer so präzise operiere, müsse sich auch Fragen gefallen lassen, formuliert Jentzsch ihre Einwände: ob denn die Fragmentarisierung der Sprache reiche, um den Erkenntnisgewinn voranzutreiben? Und, fragt sie weiter, müsste es nicht doch eine Ehrfurcht vor dem "Grundsystem Sprache" geben, die deren völlige Zersetzung verhindere?
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