F.W. Bernstein

F. W. Bernstein: Die Gedichte

Das heißt in diesem Falle. Alle.
Cover: F. W. Bernstein: Die Gedichte
Antje Kunstmann Verlag, München 2003
ISBN 9783888973406
Gebunden, 600 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

F.W. Bernstein hat sich eigentlich als Gelegenheitsdichter gesehen. Aber das nützte ihm auf Dauer nichts. Er wurde mehr als ein lyrischer Dekorateur von Festlichkeiten. Nicht einmal der Fund des Elchspruches "Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche", der in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist, konnte verhindern, dass Bernstein in Anthologien aufgenommen wurde, gar in den "Großen Conradi", in der "Liste der Jahrhundertlyriker" der Zeitschrift "Das Gedicht" zu finden ist, dass sich "Kenner" seiner annahmen. Dennoch ist es noch immer Bernsteins Bestreben, seine Gedichte vom Gewicht schwerer Bedeutung zu lösen und die freilaufende Sprache gar nicht erst in die Dienstpflicht feierlicher und wichtiger Aussagen zu nehmen. Hier sind sie jedenfalls, die Gedichte - alle.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2004

Christoph Bartmann stellt bei der Besprechung dieser Gedichtsammlung von F. W. Bernstein fest, dass der Reim für diesen Lyriker wohl "unvermeidlich" ist. Der Rezensent freut sich an dem guten Überblick, den diese Textsammlung angefangen bei den frühen Gedichten, die der Autor in Zusammenarbeit mit Robert Gernhardt und F. K. Waechter geschrieben hat bis hin zu Arbeiten aus der jüngsten Zeit bietet. Die Wirkung der Gedichte schreibt er einem enormen "Überschuss an sprachlichen Mitteln" und ihrer "virtuosen" Handhabung zu. Dabei sprechen Bartmann besonders die Gelassenheit, die Heiterkeit und der Humor der Lyrik an. Nur bei einem Thema gehen Bernstein diese Qualitäten verlustig, räumt der Rezensent ein: wenn der Autor seinem "Ressentiment" Durs Grünbein gegenüber freien Lauf lässt. Dann, so Bartmann, gelingt Bernstein auch kein Gedicht, und das liegt möglicherweise daran, dass er bei seiner Parodie auf Grünbein "nicht reimen durfte".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.12.2003

Wer sich nicht unter Grünbein-Niveau amüsieren mag, dem rät Rezensentin Gabriele Killert von F.W. Bernsteins Gedichten ab. Allen anderen verspricht sie 345 Gedichte, in denen kein einziger hoher Ton angeschlagen wird, stattdessen herrscht "unverhohlene, schamlos juvenile Heiterkeit". Wie "kühlende Kompressen gegen alles Geschwollene" kommen ihr die Verse vor. Doch Vorsicht!, warnt Killert die Spaßvögel: Auch wenn Bernstein, Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule, ganz der "Volkserziehung zu Freiheit, Tollheit, Munterkeit verpflichtet ist, gehört er doch auch zu jenen Käuzen, die oft die Ehrfurcht vor der Schönheit überkomme, so dass er oft genug im "Eichendorff-Sound" spotte. Zum Abschluss eine Kostprobe von Bernsteins Schaffenskraft, die Killert genüsslich zitiert: "Das Wichtigste liegt in der Mitte! / Bitte: / Streich weg das DE und am End das AND: / DEUTSCHLAND wird hiermit UTSCHL / genannt."
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