S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783103977240 Gebunden, 272 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Es geht ein Rechtsruck um die Welt, überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. Und doch laufen die ewig bemühten Analogien zur Zeit des Nationalsozialismus ins Leere: Der Faschismus der Gegenwart hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. In Redeckers wegweisender Analyse gewinnt sein diffuses Wesen an Kontur - und wird angreifbar. Seinen Kern verortet sie in der Beschwörung eines unbedingten Besitzanspruchs, dessen Verteidigung über Leichen geht.
Rezensentin Henriette Hufgard kann sehr viel anfangen mit Eva von Redeckers neuem Buch. Das ist einem neuen Faschismus gewidmet, den Redecker in der Gegenwart und der Zukunft verortet, nicht in der Vergangenheit. Tatsächlich wendet sich Redecker gegen ein Denken, das Faschismus immer nur am Maßstab der NS-Zeit misst. Vielmehr geht es ihr um ein neues Denken von Zeitlichkeit, das sie mit einem Begriff Ernst Blochs als Unzeit auf den Punkt bringt. Den verschwindenden Zukunftshorizonten der neoliberalen Gegenwart entspringt der Faschismus laut Redecker dann, wenn einzelne eben daraus noch Gewinn schlagen, und zwar zuvorderst in Form von Eigentumsakkumulation. So beschreibt Redecke, wie Kapitalismus und Faschismus zusammenhängen - Letzterer geht aus Ersterem nicht zwingend hervor, aber anders herum ist Kapitalismus eben doch eine notwendige Voraussetzung für Faschismus. Das mit Gedanken aus der Kritischen Theorie, der Klimawissenschaft und anderen Zusammenhängen angereicherte, "zwischen politischer Streitschrift, theoretischer Verdichtung und poetischer Feinfühligkeit" mäandernde Buch ist, findet Hufgard, augenöffnend in seiner Klarheit - und durchaus eine relevante Antwort auf die Härten, mit denen wir in der Gegenwart uns konfrontiert sehen.
Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Siri Hustvedt: Ghost Stories Aus dem Amerikanischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Kev Lambert: Möge uns die Freude bleiben Aus dem Französischen (Quebec) von Frank Weigand. In seinem neuen Roman beschreibt Kev Lambert den kometenhaften Aufstieg und Fall der Quebecer Stararchitektin Céline Wachowski:…