Eva-Maria Auch

Muslim - Untertan - Bürger

Identitätswandel in gesellschaftlichen Transformationsprozessen der muslimischen Ostprovinzen Südkaukasiens (Ende 18. Anfang 20. Jh.). Ein Beitrag zur vergleichenden Nationalismusforschung
Reichert Verlag, Wiesbaden 2004
ISBN 9783895002373
Gebunden, 678 Seiten, 79,00 EUR

Klappentext

Habilitationsschrift , 28 Abbildungen auf Tafeln.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.05.2005

Sehr verdienstvoll sei diese Geschichte des Kaukasus, meint Wolfgang G. Schwanitz, die die Osteuropa-Forscherin Eva-Maria Auch vorlegt. Auch hat sich auf den Identitätswandel der nichtrussischen Völker im Zarenreich konzentriert, stellt der Rezensent ihre Studie vor, habe in jahrelanger Arbeit den Prozess der Kolonisierung und Russifizierung der dort ansässigen rund zwei Dutzend Nationalitäten untersucht. Die Politik der Zaren besaß durchaus Merkmale des neuzeitlichen Kolonialismus, wie ihn auch die westlichen Völker betrieben haben, fasst Schwanitz Auchs Untersuchungsergebnisse zusammen; doch setzte man nicht auf überseeische Gebiete, sondern gründete Siedlungskolonien, die eingemeindet wurden und darum neue Mischkulturen entstehen ließen. Die Ansiedlung von Christen im überwiegend muslimischen Umfeld war ein geschickter Zug der russischen Herrscher, alte Autoritäten zu unterminieren und neue Herrschaftsstrukturen und Privilegien zu schaffen, resümiert Schwanitz. Viele aktuelle Konflikte wurzeln in dieser Politik, glaubt er. Das Verdienst der Autorin sei es nicht nur, insbesondere den Südkaukasus vorzustellen, sondern Nah- und Mittelost insgesamt als "einen historischen Großraum" erkennbar zu machen.
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