Eugen Bisers Buch will Verstehen ermöglichen sowie ein Gespräch in Gang setzen. Es beleuchtet die philosophischen Gründe für Unglauben und analysiert seine Erscheinungsformen. Und es fragt danach, wie groß die prägende Kraft des Glaubens ist und was Glaubende und Nichtglaubende voneinander lernen können.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2005
Eher verhalten äußert sich Rezensent Jan-Heiner Tück über Eugen Bisers Buch über Glaube und Unglaube. Der Autor suche den Atheismus als ein religiöses Phänomen zu erweisen, das nur aus religiösen Gründen zu erklären ist. Dass er die tiefste Ursache für den Atheismus dann in der Angst ausmacht, legt für Tück den Verdacht nahe, dass dann doch eher eine psychologische Erklärung dafür geboten wird. Etwas skeptisch zeigt er sich auch im Blick auf die Therapie, die Biser anbietet: das Christentum und Jesus als "Revolutionär" des Gottesbewusstseins. Als "kenntnisreich" lobt er dagegen Bisers Darstellung der Geschichte des neuzeitlichen Atheismus, von Feuerbachs Aufhebung der Theologie in Anthropologie über Nietzsches Proklamation von Gottes Tod hin zu Marx' Projekt der gesellschaftlichen Selbstbefreiung und Freuds psychologischer Verdrängung der Religion. Am stärksten findet er Biser dort, wo er den Atheismus, der aus Protest gegen das Leid in der Welt den Gottesglauben ablehnt, auf die Gottverlassenheit des Gekreuzigten beziehe. Zu optimistisch scheint ihm allerdings Bisers Vision, die ein Erwachen des Glaubens voraussieht.
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