In einem hintergründigen, amüsanten "Gipfelgespräch" des Autors mit römischen und chinesischen Kaisern wünschen sich diese, dass er ihren Ruhm weit verbreite. Er aber erwidert: "Große Themen gibt es auch bei den 'kleinen Leuten' zuhauf. Ich schildere Kaiser ebenso gerne wie Menschen, die von den Kaisern verfolgt, missbraucht, geliebt oder gar umgebracht werden." Erwin Wickert, in abendländischer Geschichte, Politik und Kultur ebenso zu Hause wie in der ostasiatischen, gibt in Essays und literarischen Feuilletons seine Ansichten über unsere Welt, "korrekte" und "inkorrekte", wieder, bevor er sich dann den Ländern zuwendet, die ihn stets besonders fasziniert haben: Japan und China.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2003
Eine solche Sammlung von "Opusceln, Gelegenheitsarbeiten und Aufsätzen aus mehr als fünfzig Jahren" ist eigentlich einer Festschrift für ihren Autor, hier Erwin Wickert, vergleichbar, schreibt Henning Ritter. Ein Leser, wenn er nicht gerade Freund oder wenigstens Eingeweihter sei, wisse dann oft wenig damit anzufangen. Dieser Band jedoch enthalte "eine Reihe von Texten", die "noch heute fesseln". Ritter ist von Erwin Wickert aber vor allem angetan, weil es sich bei ihm um ein Beispiel "für das Ideal des europäischen Politikverständnisses", für "den in Deutschland so seltenen Typus des Schriftsteller-Diplomaten" handele. Im Falle Wickerts führe diese Mischung zwar auch dazu, dass man einigen Texten in dem Band den Vorwurf des "Moderaten" nicht ersparen könne. In der sprichwörtlichen Besonnenheit des Diplomaten sieht Ritter allerdings auch die Bedingung der Möglichkeit für die Entstehung jenes Textes in dem Band, der offenbar den eigentlichen Anlass für diese Besprechung bietet: Darin gibt Wickert ein verstörendes, völlig ergebnisloses Gespräch mit einem der Piloten des Flugzeuges wieder, das die Atombombe über Hiroshima abgeworfen hat. Wickerts moralische Zurückhaltung und nur sehr vorsichtige Kommentierung des Gespräches mache diesen Text zu einem "bedeutenden Dokument".
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…