Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2004
Sieglinde Geisel ist beeindruckt von diesem 1954 in der DDR erstmalig erschienenen Roman, der in den Anfangsjahren der DDR spielt und den gesellschaftlichen Umbruch am Beispiel einer Familie vergegenwärtigt. Trotzdem dürfe man ihm nicht das Ostalgie-Etikett verpassen, warnt die Rezensentin. Denn der Roman, versehen mit "holzschnittartig typisierten" Illustrationen von Carl von Appen, ist nach Meinung der Rezensentin alles andere als simpel gestrickt: "Allmählich verzahnen sich die Konflikte der neuen Parteimitglieder und der Altbauern, wobei die Ich-Perspektive des Knaben Tinko von den Rückblenden und Seitensträngen der Erzählung mehr und mehr an den Rand gedrängt wird." Nur an der teilweise "archaischen Kunstsprache" stört sich die Rezensentin ein wenig, hat aber auch Freude an Strittmatters Erzählstil: "Die vergessenen Worte beschwören eine bäuerliche Exotik herauf, deren zwiespältigem Reiz man sich so schnell nicht entzieht".
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