Ernst Piper

Nacht über Europa

Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs
Cover: Nacht über Europa
Propyläen Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783549073735
Gebunden, 592 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Am 1. August 1914 begann ein Krieg, der nicht nur das Antlitz Europas, sondern der Welt veränderte. Das Zeitalter der Extreme, des Gemetzels brach an. Der europäische Kosmopolitismus starb auf den Schlachtfeldern. Dieser erste totale Krieg schonte nichts und niemanden, alle Bürger der beteiligten Staaten, auch Künstler, Wissenschaftler und Intellektuelle, wurden zu Kombattanten. Der Historiker Ernst Piper hat sich intensiv mit den kulturgeschichtlichen Aspekten des Ersten Weltkriegs befasst und entfaltet ein großes Panorama dieser Zeit. Piper beschreibt die geistige Mobilmachung der Nationen, die Entwicklung des totalen Krieges, die Spaltung der Arbeiterbewegung, die Not der jüdischen Minderheiten und das unheilvolle Fortwirken des Krieges in Deutschland nach der Niederlage von 1918. Eindringlich zeigt er, wie sich das Kriegsgeschehen in Debatten, Literatur und Bildmedien spiegelt. Er stellt die politischen, geistigen und künstlerischen Akteure als Seismographen der tiefgreifenden Veränderungen vor, die die Welt erschütterten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2014

Ernst Piper untersucht in seinem Buch "Nacht über Europa" die "Spiegelung des Kriegsgeschehens im Mentalitätsgefüge der europäischen Intellektuellen" vor und im Ersten Weltkrieg, berichtet Frank-Lothar Kroll, dem die gesamteuropäische Neigung zur Gewaltverherrlichung im Nachhinein wie ein Frühwarnsystem erscheint. Vor allem erstaunt ihn die Unbeholfenheit der Deutschen im Vergleich mit den westlichen Alliierten, wenn es um die Begleitung des Kriegs mit Manifesten und Propaganda ging: während England und Frankreich hochprofessionell ihren "kulturellen Propagandafeldzug" organisierten, verweigerten die deutschen Stellen zum Beispiel bis ins zweite Kriegsjahr hinein noch den Gebrauch von Bildern auf Plakaten, verrät der Rezensent. Auch das innenpolitische Zusammenrücken, dass in anderen Ländern wegen der äußeren Feinde gelang, kam in Deutschland kaum zustande, was schließlich 1917 im Bruch des Konsens mündete, weiß Kroll.

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