Die 70er sind das innovationsfreudigste und folgenreichste Jahrzehnt der Popmusik. So unterschiedliche Genres wie Glam, Punk, Reggae und Metal feiern hier ihren Ursprung, nicht zu vergessen Krautrock, Elektropop, Disco, Prog und sogar Hip-Hop. Ernst Hofacker erzählt die Story dieses einzigartigen Jahrzehnts anhand von zehn exemplarischen Daten. Er entfaltet die popkulturelle Vielschichtigkeit, zeigt auf, wie Trends und ihre Gegenbewegungen entstanden, und verfolgt die gesellschaftlichen Hintergründe und ihr Fortwirken bis heute.Das bunte Porträt einer Zeit, in der noch galt: Sag mir, was du hörst, und ich sag dir, wer du bist!
Helmut Böttiger scheint der unakademische Ton von Ernst Hofacker gut zu passen. Dass der Autor "eher wie ein Fan" über Iggy Pop, Glamrock, Kraftwerk und anderes schreibt, schmälert für Böttiger nicht den Erkenntnisgewinn des Buches. Und: Hofacker schreibt als Zeitgenosse! Wie der Autor das "Lebensgierige" der Siebziger herausstellt, ohne das Fragile zu übersehen, wie er den Facettenreichtum in der Popmusik und in der Literatur feiert als lauter "ekstatische Augenblicke", gefällt Böttiger, auch wenn der Band nicht unbedingt ein verlorenes Paradies zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2020
Philipp Krohn freut sich schon auf weitere popkulturelle Erkundungsreisen mit Ernst Hofacker. Hofackers Methode, Popgeschichte jenseits von Nostalgie im Kontext von Soziologie, Politik, Wirtschaft und Technik zu erzählen, geht laut Krohn ebenso auf wie der Trick des Musikjournalisten, sich für jedes Jahr der Siebzigerjahre ein Album oder eine Figur herauszupicken, um daran die "musikalische Dynamik" zu erläutern oder etwa die Veränderung des Frauenbilds. Hofackers Sympathie für die Epoche ist für Krohn dabei stets spürbar. Dass nicht alle seine persönlichen musikalischen Helden der Siebziger im Buch vorkommen, kann der Rezensent verschmerzen.
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