Klappentext
Pop, das sind auch immer Geschichten vom Streben himmelwärts und von jähen Abstürzen, von Triumph und Niederlage. Pop, das sind Lebensgefühl, Traum und Weltanschauung, von Generationen von Fans und Stadien mit Menschenmassen verinnerlicht. Die Popgeschichte ist an Personen und Combos, Genres und Gegengenres so reich bestückt wie der Nachthimmel mit Sternen, die aufleuchten und verlöschen. Was aufsteigt, so lautet die eherne Regel, muss auch wieder absinken. "What Goes Up Must Come Down" nähert sich der Geschichte der Popmusik aus radikal subjektiver Perspektive. Politik, Ökonomie, Alltag sind Teil dieses Buchs, weil Pop längst als Anschauungsmodell und Warnsignal für viele andere Bereiche gelten darf. Jeder und jede ist in Pop und durch Pop irgendwie zu Hause. What Goes Up Must Come Down erzählt von einem Lebensgefühl, von Provokation und Rebellion - und auch darüber, wie Popmusik als Motor für so vieles im 21. Jahrhundert allmählich ins Stottern gerät. Inklusive Playlist!
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2025
Rezensent Tobi Müller ist nicht in jeder Hinsicht mit Hans Platzgumers Essay über Popmusik einverstanden, im Großen und Ganzen hat er ihn jedoch mit Gewinn gelesen. Das liegt unter anderen daran, dass Platzgumers eigene musikalische Karriere - unter anderem im Grunge-Genre - nicht allzu viel Raum einnimmt, stattdessen beschreibt er die Mechanismen des Auf und Ab im Popbetrieb. Wobei, merkt Müller kritisch an, die Ambivalenzen des Popgeschäfts, das einerseits oft als Sprachrohr für Minderheiten und junge Menschen dient, andererseits jedoch knallhart marktwirtschaftlich organisiert ist und in seinen dominanten Ausprägungen keineswegs immer progressiv daher kommt, tendenziell zu wenig Raum einnehmen bei Platzgumer. Stattdessen rücken die von Platzgumer betrauerten Veränderungen im Pop-Business in den letzten Jahrzehnten ins Zentrum, der Siegeszug des Marketing etwa, oder die Tatsache, dass neuere Protestbewegungen wie Occupy Wall-Street über keinen eigenen Sound mehr verfügen. Allerdings beschreibt der Autor diese Entwicklungen eher, als dass er sie analysiert, moniert Müller. Dem freilich dieser schmale, in schön lakonischer Sprache verfasste, Band insgesamt dennoch gefällt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.07.2025
Insgesamt positiv bespricht Rezensent Stefan Michalzik Hans Platzgumers Buch über Popmusik. Essayistisch schreibt Michalzik über diverse Popphänomene, die stets durch eine Pendelbewegung zwischen Auf- und Abstieg gekennzeichnet sind, den Titel übernimmt er etwa, lesen wir, von einem "Blood, Sweat and Tears"-Hitsong. Zwar behandelt Michalzik laut Platzgumer auch Phänomene wie die "Riot Grrrl"-Bewegung, die auch in der Gegenwart noch wichtig sind, gleichzeitig hat Pop in seinen Augen etwas an Zugkraft verloren, was zum einen an technischen Innovationen wie Smartphones und dem ökonomisch für Musiker verheerenden Streaming liegt, sich zum anderen aber auch daran zeigt, dass neue Protestbewegungen wie etwa Fridays for Future keinen genuinen Pop-Soundtrack mehr haben. Mit dieser eher kulturpessimistischen Wendung ist Michalzik nicht einverstanden und verweist, allerdings ohne Beispiele zu nennen, auf die tolle neue Popmusik der Gegenwart. Dennoch liest der Rezensent Platzgumers Buch mit Gewinn.
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