Klappentext

Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Über den Niedergang eines einstmals mondänen Hotels in den norwegischen Bergen. Ein Roman über den 13-jährigen Sedd, der in einem norwegischen Berghotel bei seinen Großeltern aufwächst. Eine Geschichte über Lügen und Geheimnisse, falsche Erwartungen und großelterliche Liebe. Ein Hotel hoch oben im norwegischen Fjell in den 1980er-Jahren. Sedd wächst bei seinen Großeltern auf. Über seinen Vater weiß er nicht viel, die Mutter ist verschollen. Liebevoll, aber bestimmt wird er von den Großeltern - der Großvater ist nebenbei Tierpräparator, die Großmutter stammt aus Wien - auf seine Rolle als künftiger Hotelerbe vorbereitet. Er hilft als Laufbursche, Küchenjunge und Tourenbetreuer aus und verinnerlicht den Leitsatz "Jeder einzelne Gast zählt" bereits im zarten Kindesalter. Zufluchtsort ist für ihn die Großküche des Hotels, in der der ehemalige Seefahrer Jim schaltet und waltet und für Sedd Vater, Mutter und Freund zugleich ist, wenn die Großeltern keine Zeit für ihn haben. Doch spätestens, als der Bankdirektor Berg bei einem Essen stirbt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.09.2019

Christian Mayer lässt sich von Erik Fosnes Hansen die Grandezza eines Grand Hotels der 80er Jahre in den norwegischen Bergen nachzeichnen. Allerdings ist der Lack längst ab in dem von Fosnes Hansen entworfenen Prachtbau, die Hoteliersdynastie hält den Schein aufrecht, aber außer Sportangler und Hochzeitsgesellschaften kommt niemand mehr. Dass der Autor die Geschichte des Niedergangs aus der Perspektive des neugierigen 13-jährigen Enkels des Hoteldirektors erzählt, scheint Mayer raffiniert und auf erheiternde Weise überzeugend. Auch wenn die Nebenstränge dem Autor weniger gut gelingen, vergleicht Mayer den Roman mit Vicki Baums "Menschen im Hotel" und Irvings "Das Hotel New Hampshire".
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.09.2019

Holger Heimann lernt mit Erik Fosnes Hansens autobiografischem Roman das prekäre Leben eines Hoteliers im Norwegen der frühen 1980er Jahre kennen. Als Kniff begreift er Fosnes Hansens Idee, den gutgläubigen 13-jährigen Enkel des Hoteldirektors erzählen zu lassen, sodass eine komische Diskrepanz zwischen dessen rosiger Vorstellung und der rauen Wirklichkeit entsteht. Die Freude des Autors an der Schilderung der Realitätsverweigerung seiner Figur überträgt sich auf den Leser, verrät Heimann.
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