Jeder gestaltet seinen Körper: beim Haareschneiden, Bodybuilding oder mit Schlankheitskuren. Körperveränderungen wie Tätowierung und Piercing sind und waren zu allen Zeiten in allen Kulturen verbreitet. Manchmal nehmen diese Eingriffe extreme Formen an: Intimpiercing, Schneiden, Branding oder Selbstamputationen können nicht nur zu schwerwiegenden medizinischen Komplikationen führen, manchmal sind sie auch Ausdruck traumatischer Erlebnisse oder unbewältigter psychischer Konflikte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2007
So eingehend wie Erich Kasten hat sich noch kein Autor den "körperpolitischen" Auswirkungen von Tätowierungen gewidmet, befindet Rezensent Alexander Kissler und glaubt, dass die Internet-Recherche, auf der die Untersuchung des Buches beruht, sich hier als veritable wissenschaftliche Quelle zeigt. Für Kasten sind die medizinisch-technischen Veränderungen des Körpers Ausdruck einer erhöhten Risikobereitschaft und Aufbegehren gegen die konventionellen Schönheitskonzepte, und er kann sich einiges an zukünftigen Körper-Modifikationen vorstellen, die jetzt fast undenkbar scheinen, erklärt der Rezensent. Interessant findet der Rezensent die Deutungen von Körper-Veränderungen als Wunsch nach "Verbindlichkeit". Die dem Band beigegebenen Fotos allerdings sind nichts für empfindliche Leser, warnt der Rezensent schaudernd.
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