Gottfried Fischer

Lehrbuch der Psychotraumatologie

Ernst Reinhardt Verlag, München - Basel 1999
ISBN 9783825281656
broschiert, 383 Seiten, 39,88 EUR

Klappentext

2. Auflage. Psychotraumatologie: seelische Verletzungen, ihre Ursachen und Folgen, Prävention, Rehabilitation und therapeutische Möglichkeiten - von diesen Fragen und Problemen handelt das Lehrbuch. Es faßt damit Wissensbestände zusammen, die bislang über zahlreiche Disziplinen verstreut waren und auch hier oft nur am Rande berücksichtigt wurden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2000

In einer Doppelrezension befasst sich Hans-Dieter Gondek mit zwei Bücher zum Thema "Trauma" bzw. "Psychotraumatologie".
1) Elisabeth Bronfen, Birgit R. Erdle und Sigrid Weigel (Hrsg.): "Trauma - Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster". (Böhlau-Verlag)
Dieser Band hält nach Ansicht Hans-Dieter Gondeks nicht in jedem Punkt, was er verspricht. Die Ausweitung des "originär psychopathologischen" Begriffs Trauma auf ein "kulturelles Deutungsmuster" findet Gondek grundsätzlich problematisch. Zwar begegnen die Autorinnen, wie Gondek einräumt, diesem Vorbehalt teilweise durch eine Differenzierung vor allem in Bezug auf den Holocaust, Film, Musik und Philosophie. Bei genauerer Betrachtung erweise sich jedoch, dass die begriffliche Differenzierung, beispielsweise in Bezug auf das spezielle Verständnis eines Traumas bei Levinas, nicht ausreichend herausgearbeitet sei. Fragen dieser Art werden nach Gondeks Ansicht in dem Buch gar nicht gestellt. Abgesehen davon merkt er an, dass die Autoren sich - wie er findet - in "psychoanalytischer, aber auch in medizinischer und psychiatrischer Theorie" nicht auf dem neuesten Stand befinden.
2) Gottfried Fischer und Peter Riedesser: "Lehrbuch der Psychotraumatologie". (Verlag Ernst Reinhardt)
Auf diesen Band geht Hans-Dieter Gondek nur mit wenigen Worten ein, merkt aber an, dass - anders als im Band "Trauma - Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster" sich die Autoren hier durchaus auf dem neuesten Stand der Forschung befinden. Darüber hinaus lobt er, dass - obwohl die Nähe der Autoren zu Freud und der "nachfreudianischen Psychoanalyse" unübersehbar sei - auch "behavioristische und lerntheoretische Theorien" berücksichtigt werden.
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