Ergun Cagatay

Wir sind von hier

Türkisch-deutsches Leben 1990
Cover: Wir sind von hier
Edition Braus, Berlin 2021
ISBN 9783862282241
Gebunden, 240 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Peter Stepan. Aus dem Türkischen von Menekse Toprak. Mit Essays von Necla Kelek. Ein Vierteljahrhundert lag dieser Bilderschatz in Istanbul vergessen im Koffer: über 3700 Aufnahmen, die der türkische Fotojournalist Ergun Çağatay (1937-2018) im Jahr 1990 in Deutschland zusammengetragen hatte. Es ist bis heute das größte Konvolut von Fotografien, das die Lebenswelten der Einwanderer aus der Türkei einfing. Zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung bereiste Çağatay damals im Auftrag der Pariser Bildagentur Gamma wochenlang deutsche Städte: Hamburg - Köln - Werl - Berlin - Duisburg. Er besuchte seine Landsleute in den großen Fabriken, im Bergwerk, in ihren Geschäften, eigenen Betrieben und privat zu Hause, beobachtete sie auf ihren Festen und bei der Ausbildung, folgte ihnen mit der Kamera in die Moscheen und auf politische Demonstrationen. Motivisch und thematisch von großer Vielfalt, spiegeln Çağatays Fotografien den Kosmos türkischen Lebens der ersten und zweiten Generation in einem zunächst fremden und MigrantInnen nicht immer wohlgesonnenen Deutschland. Das Katalogbuch "Wir sind von hier" begleitet die große internationale Wanderausstellung der Fotografien im Ruhr Museum/Zeche Zollverein, Essen (Juni - Oktober 2021), Museum für Hamburgische Geschichte (2021-22), Museum Europäischer Kulturen, Berlin (2022), sowie Stationen in Istanbul, Ankara und Izmir.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2021

Rezensentin Eva Hepper freut sich über den von Peter Stepan herausgegebenen Ausstellungsbegleitband mit den Fotos von Ergun Cagatay. Die Bilder zeigen laut Hepper das Leben türkischer Migranten der ersten und zweiten Generation in Hamburg, Duisburg, Berlin, Köln und Werl. 30 Jahre nach ihrer Entstehung bestechen die Fotos von Hochzeiten, Fabrikalltag, Cafészenen und Moscheen immer noch, findet Hepper, auch wenn die Aufnahmen wertfrei sind und keine Härten zeigen, keinen Rassismus, keine Armut. Die Einführung des Herausgebers und die Essays von Necla Kelek u.a. verschaffen Hepper den Kontext zu den Bildern.

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