Aus dem Hebräischen von David Ajchenrand. Diese Studie zeichnet auf Grundlage unveröffentlichter Quellen, darunter viele Briefe Sigmund Freuds, den Weg der Psychoanalyse aus dem deutschsprachigen Raum in das vorstaatliche Israel nach. Von der Gründung der dortigen Psychoanalytischen Gesellschaft ausgehend, fragt der Autor nach Akzeptanz und Einfluss der Psychoanalyse in einem durch Immigration, ethnische Spannungen, britische Kolonialherrschaft und jüdische Staatsbildung charakterisierten Kontext. Er beschreibt, wie die Psychoanalyse die Diskurse von Pädagogik, Literatur, Medizin und Politik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchdrang und schließlich eine therapeutische Disziplin der jungen jüdischen Gemeinschaft wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2013
Joseph Croitoru liest Eran Rolniks Studie zum Transfer der Ideen Freuds in den osteuropäischen Raum, namentlich in die zionistisch-sozialistischen Kreisen, etwa durch Siegfried Bernfeld, mit Gewinn. Auch wenn er dem Autor nicht immer folgen zu können scheint, so bei der Entdeckung eines Einstellungswandels Freuds gegenüber dem Judentum, stößt er im Buch auf spannende, teils unbekannte Facetten zur Migrationsgeschichte von Freuds Berliner Anhängerschaft, zum Beispiel zu dem Gründer des Jerusalemer Psychoanalytischen Instituts, Max Eitingon. Just hier allerdings vermisst der Rezensent Hinweise auf Eitingons Engagement für die zionistischen Siedlungsvorhaben.
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