Diese Kulturgeschichte der Schürze beleuchtet das Kleidungsstück vom "Werk-Zeug" und "Schutztextil mit Sozialprestige" des spätmittelalterlichen Handwerks über die bürgerliche Uniformierung von Hausfrauen und Dienstmädchen mit weißen Schürzen bis hin zu Kittelschürzen als moderner Alltagskleidung. Der Prozess der symbolischen und performativen Verknüpfung von "Frau" und "Schürze" wird darin transparent. In ethnographischen Porträts von Schürzenträgerinnen und Schürzenträgern, die zwischen 1920 und 1935 geboren sind, kommen über die beschürzte Kleidung nicht nur unterschiedliche soziohistorische Schichten von Gender zum Tragen, sondern auch eine bislang alltagskulturell unerforschte Diversifikation, Ritualisierung und Bedeutungsvielfalt von Schürzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.05.2003
Andrea Rinnert findet durchaus anerkennende Worte für diese Dissertation der Ethnologin Elke Gaugele, ist allerdings auch der Ansicht, dass die Autorin manches nicht konsequent genug umsetzt. Es gehe um die Einheit, die Frau und Schürze im kollektiven Bewusstsein zu bilden scheinen, sowie um den patriarchalen Sprachgebrauch, der damit einhergehe. Die Autorin unternehme es, die Geschichte der Schürze in Verbindung mit der Frau vom Mittelalter an nachzuzeichnen. Leider vernachlässige es die Autorin, konsequent zu verfolgen, inwieweit Frauen die Schürze zwar tragen, diese gleichzeitig aber ihrer althergebrachten Bedeutung berauben, indem sie sie, zum Beispiel durch modische Strömungen, zweckentfremden.
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