Herausgegeben von Cord-Friedrich Berghahn und Till Kinzel. Edward Gibbon (1737-1794) war der größte Historiker seines Jahrhunderts. Seine zwischen 1776 und 1788 erschienene 'History of the Decline and Fall of the Roman Empire' ist von Anfang an und bis in unsere Zeit als epochales Werk aufgenommen worden. Auch im deutschen Sprachraum setzte unmittelbar nach Erscheinen des ersten Bandes der 'Geschichte vom Verfall und Untergang des römischen Imperiums' eine intensive Gibbon-Rezeption ein, die den disziplinären Rahmen der einzelnen Wissensgebiete sprengt. Die Vielfalt der Einflüsse Gibbons bei deutschsprachigen Wissenschaftlern, Philosophen, Juristen und Dichtern wird in diesem Sammelband erstmals umfassend und interdisziplinär dokumentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2015
Über Edward Gibbon lernt Uwe Walter bei den Herausgebern Cord-Friedrich Berghahn und Till Kinzel und allen weiteren Beiträgern zu diesem Sammelband, dass dessen Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Dass eine Entkanonisierung des britischen Historikers im Gange ist, wie Kinzel behauptet, wird im Band laut Rezensent geschickt umgebogen zu einer Einladung, Gibbon zu lesen, etwa als jemanden, der komplexer und moderner als Jacob Burckhardt historische Handlungsbedingungen und Religionspsychologie diskutiert, nachzulesen hier bei Patrick Bahners, meint Walter. Besonders anregend fand der Rezensent die Texte im Band, die Gibbon über spätere Exegeten aktualisieren, über Karl Gutzkow zum Beispiel. In jedem Fall aber stellt der Band für den Rezensenten ein geeignetes Mittel dar gegen die Reduktionismen, denen der Autor seit jeher ausgesetzt war.
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