Edna Mazya

Schlamassel

Ein Liebesroman
Cover: Schlamassel
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2001
ISBN 9783462030174
Gebunden, 301 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

Wenn ein nicht mehr ganz frischer Ehemann seine blutjunge Frau in den Armen eines blonden Liebhabers findet, seine kauzige Mutter ohne ein Fünkchen Anstand die Regie übernimmt, auch sein besonnener Freund sich plötzlich zum Konkurrenten mausert, eine voluminöse Prostituierte den Vater des Liebhabers ins Jenseits befördert und eine tote Kindergärtnerin zu spät einen Mann abbekommt - dann ist der Schlamassel perfekt...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2001

Einiges an Gemeinsamkeiten beobachtet Stefana Sabin bei dem Roman von Edna Mazya und der Geschichtensammlung von Judith Katzir, sowohl im Leitmotiv der Erzählungen ("emotionale Ausnahmesituationen") als auch in den biografischen Hintergründen der Autorinnen - beispielsweise lehren beide an der Universität von Tel Aviv.
1.) Judith Katzir: "Leuchttürme, landeinwärts"
Ziemlich angetan ist die Rezensentin von den Geschichten der israelischen Autorin Judith Katzir, sowohl was den Inhalt als auch was die Form betrifft. Sie lobt den Erzählstil und die "psychologische Darstellung ? ohne Pathos und ohne Larmoyanz". Gut scheint Sabin auch zu gefallen, dass den Geschichten zwar eine krisenhafte Ausgangssituation gemein ist, dass die Protagonisten aber aus dieser schwierigen Situation Kraft schöpfen und ihrer Geschichte ein Happy End geben. Das Schema, dem alle drei Erzählungen folgen, bezeichnet sie als "Liebesgeschichten als Leidengeschichten und diese als Überlebensgeschichten" und obwohl dem so ist, findet die Rezensentin das Buch alles andere als langweilig. Sie sieht in diesem Muster vielmehr das "Überlebensmotiv der jüdischen Literatur" reflektiert und von der Autorin ausgesprochen gekonnt umgesetzt.
2.) Edna Mazya: "Schlamassel. Ein Liebesroman"
Auch dieser Roman, dessen kriminalistische Handlung durch Psychologismus" angereichert ist, gefällt der Rezensentin gut, obwohl sie sich nicht ganz so enthusiastisch äußert wie über Katzirs Buch und die Lektüre offensichtlich etwas anstrengender fand. Immerhin kommentiert sie: "Ohne Absätze und in sich über Seiten windende Hypotaxen lässt Mazya den Ich-Erzähler seine Befindlichkeit reflektieren". Dennoch findet sie den Roman spannend und lobt die "detailsicher inszenierten Episoden", denen man das dramatische Talent der Autorin anmerke, die eigentlich als Theater- und Drehbuchautorin bekannt wurde. Lediglich die deutsche Übersetzung des Titel findet Sabin etwas misslungen, weil er eine "unangemessene Leichtigkeit" suggeriert.
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