Edmund de Waal

Die weiße Straße

Auf den Spuren meiner Leidenschaft
Cover: Die weiße Straße
Zsolnay Verlag, Wien 2016
ISBN 9783552057715
Gebunden, 464 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer. Es war in Japan, als Edmund de Waal mit 17 das erste Mal Porzellanerde in die Hand bekam. Seither arbeitet er mit diesem Material, und er hat wunderbare Kunstwerke daraus geschaffen. Nun macht er sich auf Spurensuche nach dem Stoff, an dem sich über Jahrhunderte die Phantasie des Abendlandes entzündete. Sie führt ihn nach Deutschland, nach Frankreich und Amerika, ins heimatliche England und schließlich nach China, woher Marco Polo mit einer kleinen Vase einst angeblich das erste Porzellanobjekt überhaupt nach Europa gebracht hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2016

Rezensentin Minh An Szabó de Bucs ist ganz hingerissen von Edmund des Waals Töpferkunst, auf deren Spuren sie in dem neuen Buch des Keramikers, Kurators und Autors auf 460 Seiten lustvoll wandeln darf. Zunächst reist sie mit de Waal nach Jingdezhen, Dresden, Plymouth und Ayoree Hill und bewundert, wie sorgfältig der Autor die Entstehung des "weißen Goldes" recherchiert. Zugleich liest sie nicht nur mit großem Interesse, wie nahe und persönlich der Autor von seinem eigenen Schicksal und Werdegang berichtet, sondern erhält auch faszinierende Einblicke in de Waals Keramikkunst, die er wie Klänge, Gebäude oder Gedichte, etwa Paul Celans, zu gestalten vermag. Dieses großartige Buch eröffnet nicht nur einen neuen Blick auf Porzellan, sondern auch auf die Farbe Weiß, die de Waal als Projektionsfläche für Menschen und ihre Träume dient, lobt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.11.2016

Die Farbe Weiß steht für einen Neuanfang, für Reinheit, aber auch für Tod. Edmund de Waal, Autor und Töpferer, ist von dieser Farbe und den Möglichkeiten, die sie bietet, fasziniert. Ebenso von dem Stoff, in dem sie ihm erscheint: Porzellan. Mit unglaublicher Leidenschaft erzählt er dessen Geschichte, lobt eine hingerissene Rezensentin Susanne Kippenberger. De Waal kann geradezu filmisch genau beschreiben, lernt sie, er springt von einer Idee zur nächsten, von der Fabrik in ein Archiv und weiter zu einem Mönchskappenkännchen. Das liest sich für die Rezensentin wie ein überbordender Abenteuerroman. Und wenn er ein bisschen pathetisch wird, fällt das dem Autor als erstem auf. Dann geht er Nudelsuppe essen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Man lernt viel aus diesem Buch: Wie Porzellan entstand, wie es beschaffen ist und wie es nach Europa gelangte. Dennoch ist dies kein Sachbuch, versichert ein begeisterter Ulrich Rüdenauer in seiner Kritik, sondern eine "Pilgerreise" an die drei wichtigsten Orte der Porzellanherstellung in China, Deutschland und England. Edmund de Waal, selbst Töpferer, reißt den Rezensenten mit durch seine schiere, ansteckende Begeisterung und literarische Raffinesse (ein dickes Lob geht auch an Übersetzerin Brigitte Hilzensauer). Der "sehr eigene, literarische Ton" des Autors und seine Fähigkeit, sachliche Informationen mit Reflektionen über die Schönheit des Handwerks und persönlichen Erinnerungen zu verblenden, hat den Rezensenten einfach bis zum Ende mitgerissen, obwohl Porzellan nicht unbedingt zu seinen Leidenschaften gehört.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2016

Gina Thomas besucht Edmund de Waal, um mit ihm über sein neues Buch zu sprechen. Sie erfährt dabei viel über die Familiengeschichte des Autors, deren Spuren er in dem Buch verfolgt. Quasi spirituell scheint Thomas diese Spurensuche, die der Autor entlang der Geschichte des Porzellans anlegt. Viele Abschweifungen unternimmt de Waal, meint sie, er führt den Leser aber auch in die chinesische Porzellanhauptstadt Jingdezhen oder ins Dresden August des Starken. Die Spannung zwischen dem Produkt, seiner "hohen Anfälligkeit fürs Scheitern" und der "höllischen" Entstehungsweise, die den Autor so fasziniert, sie springt am Ende über auf die Rezensentin.
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