Aus dem Englischen von Erwin Einzinger. Ed Sanders, Mitglied der legendären Fugs der sechziger Jahre, Dichter und Barde, erzählt aus der Distanz der seither vergangenen Jahrzehnte. Dass seine locker zusammenhängenden Geschichten nicht nur als kulturhistorisches Dokument höchst aufschlussreich, sondern auch als eigenständige Erzählungen überaus gelungen und amüsant sind, zeigt schon der Beginn dieser Sammlung, in welchem er die abenteuerlichen Wege von Bob Dylans alter Gitarre beschreibt. Die Lower East Side und die neue Szene der psychedelischen Drogen und Musik sind Schauplatz lebendig geschilderter Einblicke in die Lebensweisen einer Generation, die im "Sommer der Liebe" des Jahres 1967 mehr als nur ein Zeichen für den Aufbruch zu neuen, friedlichen, lustbetonten und schöpferischen Formen des Zusammenlebens sah.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.07.2003
Florian Vetsch freut sich über Ed Sanders Trilogie "Tales of Beatnik Glory" ("Sommer der Liebe", "Die Freaks von Greenwich Village", "East Side Blues"), die jetzt endlich auf Deutsch erschienen ist. Die 41 "Tales of Beatnik Glory" erzählen genau zehn Jahre (1957-67) aus dem Leben ihres Autors, berichtet unser Rezensent. Sanders beschreibe nicht nur detailreich die "Sex, Drugs & Rock'n'Roll"-Lebensweise, ihm gelinge es vor allem, die politischen Auseinandersetzungen der Flower-Power-Generation mit dem Pentagon "repräsentativ" zu dokumentieren. Vetsch hat unter anderem viele konkrete Auskünfte zu den subkulturellen Strategien der New Yorker Linken gefunden, so zu Sanders' schwieriger Publikation des Magazins "Fuck you!". Deshalb schließt sich der Rezensent gern Allen Ginsbergs Lob der Trilogie als "Meilenstein historischer Archäologie" an. Begeistert ist Vetsch insgesamt von dem "satirischen Witz" und der "gehörigen Portion Selbstironie", mit der Sanders erzählt. Kein Wunder also, dass sich er sich auf den versprochenen vierten Band über die ereignisreichen Jahre 1968-69 freut.
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