Eberhard Panitz

Treffpunkt Banbury

Oder wie die Atombombe zu den Russen kam
Cover: Treffpunkt Banbury
Das Neue Berlin Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783360009906
Gebunden, 286 Seiten, 17,50 EUR

Klappentext

Zwei ungewöhnliche deutsche Lebensläufe: Ursula Kuczynski (als Autorin Ruth Werner, Kundschaftername Sonja) begleitet ihren Ehemann nach China. Sie lebt in der angesehenen bürgerlichen Gesellschaft, ist aber längst Kommunistin und lernt in Shanghai Richard Sorge kennen, der sie anwirbt für den Aufklärungsdienst der Roten Armee. Klaus Fuchs, junger Wissenschaftler und Antifaschist, emigriert zur Nazizeit nach England. Dort arbeitet er mit am Atomwaffenprojekt. Früher als andere erkennt er: Diese Waffe bedeutet Weltherrschaft und zerstört das Gleichgewicht der Systeme. Er holt die Formeln aus dem Labor, Sonja leitet sie an die Sowjets weiter. Panitz rekonstruiert den "größten Spionagefall der Geschichte" und liefert die Fakten, die Ruth Werner in ihrem Bestseller "Sonjas Rapport" schuldig blieb. Er greift dabei auf unveröffentlichte Briefe, Aufzeichnungen und authentische Aussagen zurück.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2003

Man dürfe, schreibt Michael Salewski, keinen wissenschaftlichen Anspruch an dieses Buch stellen, denn Eberhard Panitz sei ein guter Freund von Ruth Werner gewesen, der Frau, die als Spionin der Sowjetunion zur Atombombe verhalf. Dafür erhalte man "tiefe Einblicke" in das Selbstverständnis einer "Edelkommunistin", erfolgreichen Schriftstellerin und Mutter, die zugleich selbstbestimmt und - von Moskau aus - ferngesteuert war. Salewski ist erstaunt über die politische Naivität der Frau, die nie Zweifel an ihrem Tun hatte und ihr abenteuerliches Leben offenbar sehr gut mit der Sehnsucht nach einer kleinbürgerlichen Existenz vereinbaren konnte. Ein interessantes Buch, meint Salewski, das dennoch viele Fragen offen lasse.
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