Douwe Draaisma

Halbe Wahrheiten

Vom seltsamen Eigenleben unserer Erinnerung
Cover: Halbe Wahrheiten
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783869711348
Gebunden, 256 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer.In "Halbe Wahrheiten. Vom seltsamen Eigenleben unserer Erinnerung" spürt Douwe Draaisma den Tricks und Fallen nach, mit denen wir uns selbst täuschen. Die meisten von uns meinen noch genau zu wissen, wo sie waren und was sie gerade taten, als sie von 9/11, vom Tod John F. Kennedys oder Lady Dianas erfuhren. Selten entsprechen diese "Blitzlichterinnerungen" an Schockmomente jedoch der Wahrheit. Sie haben sich erst mit der Zeit geformt. Erinnerungen werden durch spätere Ereignisse um- und überschrieben. Jemand, der erfährt, dass er ein Kuckuckskind ist, beginnt, seine Familie in völlig neuem Licht zu sehen. Dieselben Ereignisse der Vergangenheit erhalten plötzlich eine andere Bedeutung. Lange Vergessenes taucht wie aus dem Nichts auf und fügt sich zu einem neuen Bild. Draaisma zeigt, dass Erinnerungen höchstens Versionen der Vergangenheit bieten und folglich nur "halbe Wahrheiten" sein können. Mit Blick auf eine "Vergessenspille", wie sie beispielsweise in der Traumatherapie erforscht wird, fragt er auch nach der Rolle der Erinnerung für unsere Identität. Angenommen, unsere Erinnerungen sind identitätsstiftend: Was geschieht, wenn sich diese Erinnerungen verändern oder sogar vergessen werden?