Aus dem Amerikanischen von Martin Baltes, Fritz Böhler, Rainer Höltschl und Jürgen Reuß. Ob Einkaufszentrum, Werbespot oder Internet-Cookie - die Welt ist zu einer Arena subtiler Beeinflussung geworden, und unsere Psyche das ständige Angriffsziel von Experten in Sachen Marketing. Douglas Rushkoff nimmt uns in seinem neuen Buch auf eine fesselnde, erschreckende und gelegentlich auch komische Reise durch die Vorstandszimmer von Unternehmen mit, in denen die neuesten Verkaufsstrategien ausgeheckt werden. Rushkoff dokumentiert den Kampf, den die Medien und Unternehmen um unseren Verstand führen, und enthüllt, wie wir dabei unwissentlich zu Komplizen werden.
Mark Terkessidis wundert sich, wie einer, der noch vor kurzem das Internet als Hort der Demokratie gepriesen hat, nun dessen Kommerzialisierung anprangert und Manipulationsmechanismen verteufelt. Für Rushkoff geht der Trend beim Internet eindeutig Richtung Fernsehen, meint Terkessidis; nach Rushkoff habe die Industrie mit der Do-it-yourself-Mentalität tüchtig aufgeräumt und das ursprüngliche Medium des Austauschs auf den Servicecharakter reduziert. Der Rezensent sieht Rushkoffs Abrechnung - mit der Wut eines "enttäuschten Liebhabers" - in Ergänzung zu Richards Sennetts Untersuchung des "flexiblen Menschen", der als Konsument neuen und alten Formen der "Nötigung" (so lautet der Titel im Original) ausgesetzt sei, ob in Shopping Malls oder durch "Spam-Mails". Ebenfalls wie Sennett, mokiert sich Terkessidis, leide der Autor an dem irrigen Gefühl, niemand vor ihm habe dieses Thema schon einmal aufgegriffen. Rushkoffs Kritik, so Terkessidis, sei zwar etwas simpel gestrickt, aber dennoch "uneingeschränkt begrüßenswert".
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