Sie war blond, dick und mutig. Sie kämpfte mit Pistolen, Peitschen und Löwen gegen das Unrecht der Welt. Sie warf sich von fahrenden Zügen und donnernden Wasserfällen: Mary Evans alias Fearless Nadia. Eine Selfmade-Frau, die in den 30er und 40er Jahren als "Lady mit der Peitsche" zur unumstrittenen Königin des indischen Kinos avancierte.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.10.1999
Nur Gutes fällt Detlef Kuhlbrodt zu diesem Buch ein. Kein Wunder, erweist er sich in seiner Rezension doch als ausgemachter Fearless Nadia-Fan. Dass überhaupt eine Biografie über die Frau erschienen ist, die sowohl "Fans des gepflegten Trashs als auch Feministinnen" für sich zu begeistern wußte, macht ihn schon glücklich. Für die Nicht-Eingeweihten gibt Kuhlbrodt eine kurze Einführung in die Thematik bzw. das Leben der indischen Schauspielerin, um am Ende sein positives Urteil über dieses Buch besser begründen zu können. An Wenners Buch gefällt ihm besonders, dass sie die Nadia-Biografie mit einer "Einführung in die Kinematographie des Landes" verbindet, in dem Schauspieler ein wesentlich höheres Prestige für sich beanspruchen können als hierzulande. Aber auch eine "unangestrengt feministische Ehrenrettung" Nadias hinsichtlich ihrer Actionfilme sei der Autorin in diesem Buch gelungen. Wenner habe bei ihren Bombay-Reisen viele Details zusammen getragen, die sie auf angenehm lesbare Weise vermittle.
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